Inhalt12 Abschnitte
- 01Woran erkennen Sie den Wunsch nach einem Terminvorschlag per Mail?
- 02Welche Rückfrage stellen Sie zuerst?
- 03Wie antworten Sie auf drei typische Varianten?
- 04Wie formulieren Sie die Mail nach dem Gespräch?
- 05Wann lassen Sie den Vorschlag fallen?
- 06Wie halten Sie die Zusage im CRM fest?
- 07Wie sieht das in der Praxis aus?
- 08Welche Fehler machen Teams bei diesem Einwand?
- 09Wie gehen Sie mit Entscheidern um, die nur per Mail erreichbar sind?
- 10Was sagt der Einwand über den Ablauf der Terminierung?
- 11Wann passt dieser Leitfaden nicht?
- 12Wie geht es nach diesem Leitfaden weiter?
Woran erkennen Sie den Wunsch nach einem Terminvorschlag per Mail?
Der Satz „Schicken Sie mir einfach einen Terminvorschlag per Mail“ heißt meistens: Ich will heute keine Zusage geben. Der Kontakt ist nicht gegen den Termin, er möchte sich aber am Telefon nicht festlegen, weil er dafür einen Kalender öffnen müsste, den er gerade nicht vor sich hat. Die Mail wirkt wie ein Ausweg. Sie verschiebt die Entscheidung auf einen Zeitpunkt, an dem niemand mehr daran denkt.
Drei Anzeichen zeigen, dass der Wunsch eine Verschiebung ist. Der Kontakt nennt keinen Tag und keine Uhrzeit, die ihm passt. Er fragt nicht, was in der Mail steht, sondern nur, ob sie kommt. Und er gibt keine Mailadresse an, sondern verweist auf das Kontaktformular der Website. Wer zwei dieser Zeichen hört, hat keinen Terminwunsch gehört, sondern eine höfliche Absage auf Raten.
Nicht jeder Wunsch nach einer Mail ist eine Absage. Manche Kontakte lesen Termine nur am Schreibtisch, führen einen eigenen Kalender oder müssen eine Vertretung einbinden. Für sie ist die Mail der richtige Weg, und sie verdient eine saubere Antwort mit Datum, Uhrzeit und Bestätigung. Der Unterschied liegt in der Rückfrage, die Sie gleich stellen. Wie Sie grundsätzlich mit Einwänden umgehen, erklärt die Einwandbehandlung im Glossar.
Welche Rückfrage stellen Sie zuerst?
Sie stellen zuerst die Rückfrage nach zwei freien Zeiten und machen aus dem Vorschlag damit einen konkreten Termin. Die Mail ist damit nicht abgelehnt, sie bekommt nur einen Inhalt.
Die Reihenfolge zählt. Erst bestätigen Sie, dass die Mail sinnvoll ist, dann nennen Sie zwei Zeiten, dann schweigen Sie. Wer zuerst eine Mailadresse abfragt und erst danach nach einer Zeit fragt, hat die Mail angenommen und den Termin aus der Hand gegeben.
Gern schicke ich Ihnen den Vorschlag. Damit er stimmt, nenne ich Ihnen zwei Zeiten: [Wochentag], [Uhrzeit] oder [Wochentag], [Uhrzeit]. Welche passt Ihnen besser?
Stellen Sie die Frage in einem Satz und ohne Füllwort. Ein Kontakt, der „Mail“ sagt, hat den Termin nicht abgelehnt. Er braucht nur eine Entscheidung, die er nicht selbst formulieren möchte. Wenn er auch die zweite Zeit ablehnt, fragen Sie einmal offen nach dem Grund und akzeptieren die Antwort, auch wenn sie unbequem ist.
Wie antworten Sie auf drei typische Varianten?
Auf den Wunsch nach einer Mail antworten Sie je nach Variante anders: mit zwei Zeiten, mit einer Frist oder mit einer Rückfrage zur Zuständigkeit. Die drei Varianten kommen in der Praxis am häufigsten vor.
Variante eins: Der Kontakt nennt keine Zeit. Bieten Sie zwei Zeiten an und fragen Sie nach der Mailadresse erst, wenn er eine Zeit gewählt hat.
Ich verstehe, dass Sie sich nicht festlegen möchten. Ich biete Ihnen [Wochentag] um [Uhrzeit] oder [Wochentag] um [Uhrzeit] an, damit die Mail etwas Konkretes enthält. Welcher Termin passt Ihnen?
Variante zwei: Der Kontakt will erst in seinen Kalender schauen. Geben Sie ihm eine Frist: „Dann melde ich mich am [Tag], passt das?“ Nennen Sie den Tag, an dem Sie sich melden, und tragen Sie ihn sofort in die Wiedervorlage ein.
Das ist sinnvoll. Ich trage mir einen Anruf für [Tag] ein. Dann nehmen wir die Zeit gemeinsam fest, und Sie müssen nichts mehr suchen.
Variante drei: Der Kontakt verweist auf eine Assistenz oder die Zentrale. Fragen Sie, wer den Kalender für solche Termine führt, und bitten Sie um den direkten Weg zu dieser Person. Die Mail geht dann an sie, mit einem Betreff, der den Termin nennt, und zwei Zeiten im Text.
Dann sprechen wir gleich mit der richtigen Person. Wer führt bei Ihnen den Kalender für solche Termine, und wie erreiche ich [Name] direkt?
Alle drei Antworten haben denselben Kern: Sie wechseln von der Mail zu einer Zeit, die im Gespräch steht. Die Mail folgt danach, nie davor.
Wie formulieren Sie die Mail nach dem Gespräch?
Die Mail nach dem Gespräch enthält nur drei Dinge: den Termin mit Datum und Uhrzeit, die Einwahl oder den Ort und den Satz, dass der Termin mit einer Bestätigung gilt. Mehr braucht sie nicht, denn jede Zeile mehr gibt dem Kontakt einen Grund zu zögern.
Schicken Sie die Mail innerhalb von 24 Stunden. Wer am nächsten Tag wartet, verliert den Eindruck, dass das Gespräch etwas bewirkt hat. Dazu gehört die Doppelte Terminbestätigung, mit der KRAUSS jeden Verkaufstermin zweimal absichert, beim Kunden und beim Auftraggeber. Der Kontakt antwortet mit einem Wort, und der Termin steht.
| Antwort des Kontakts | Ihre Reaktion | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Bestätigt mit einem Wort | Termin, Einwahl und Bestätigungssatz | Termin in die Vorbereitung übernehmen |
| Schweigt nach der Mail | Zweite Mail mit einer neuen Zeit | Anruf am dritten Werktag |
| Bittet um Unterlagen | Unterlagen in einer Mail, Termin darunter | Termin eintragen, Unterlagen vorher prüfen |
| Lehnt ab | Dank und Ende des Kontakts | Eintrag mit Grund in der Datenbank |
Die Tabelle zeigt, dass eine Mail mehr Antworten braucht als eine Zusage am Telefon. Sie ersetzt das Gespräch nicht, sie hält die Zusage fest.
Wann lassen Sie den Vorschlag fallen?
Lassen Sie den Terminvorschlag fallen, wenn zwei Vorschläge per Mail ohne Antwort bleiben. Dann gilt der Termin als nicht vereinbart, und er zählt nicht als Termin.
Das klingt hart, ist aber ehrlich. Ein Termin, auf den niemand antwortet, belegt nichts. Er füllt den Kalender mit einem Versprechen, das der Kontakt nie gegeben hat. Wer zwei Mails schreibt und keine Antwort bekommt, notiert den Stand, wie er ihn gesehen hat: Vorschlag gesendet, keine Rückmeldung, Wiedervorlage in zwei Wochen. Das ist sauberer als ein Termin, der im nächsten Gespräch wieder auftaucht. Die Wiedervorlage ist dafür das richtige Werkzeug.
Lassen Sie auch dann los, wenn der Kontakt den Vorschlag annimmt, aber keine Zeit nennt und keine Mailadresse angibt. Dann fehlt die Grundlage für die Mail, und Sie beenden das Gespräch mit einem höflichen Schluss. Ein offenes Ja ohne Zeit ist kein Termin.
Wie halten Sie die Zusage im CRM fest?
Die Zusage gehört in das CRM, bevor Sie das Telefon auflegen oder kurz danach. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Ansprechperson, Einwahl und den Satz, mit dem der Kontakt zugestimmt hat. Ohne diesen Satz gilt der Termin als offen. Ein Eintrag wie „Termin ok“ reicht nicht, denn er zeigt im Monatsbericht nicht, ob der Kontakt geantwortet hat oder nur freundlich war.
Setzen Sie den Status in drei Stufen: Vorschlag gesendet, Zusage per Mail, Termin bestätigt. Erst die letzte Stufe zählt als Verkaufstermin. Wer die Stufen sauber führt, sieht nach vier Wochen, wie viele Mails in eine Zusage münden, und kann die Rückfrage im Gespräch gezielt schärfen. Offene Vorschläge sollten dabei nie mehr sein, als Ihr Team in der laufenden Woche nachfassen kann.
Wie sieht das in der Praxis aus?
In der Praxis sah es bei einem Projekt für einen Hersteller von Großküchentechnik so aus: Der Wunsch nach einer Mail kam in etwa jedem dritten Gespräch vor, das mit einem Entscheider begann. Das Team schickte in drei Wochen 14 Terminvorschläge, jeweils mit zwei Zeiten. Fünf davon kamen mit einer Antwort zurück, drei führten zu einem bestätigten Termin.
Entscheidend war die Änderung im Gespräch. Das Team fragte nicht mehr zuerst nach dem Postfach, sondern nach zwei Zeiten, und erst danach nach der Adresse. Die Zahl der Mails sank, und die Zahl der bestätigten Termine stieg, weil jede Mail nun eine konkrete Zeit enthielt. Zuvor lag beim Hersteller eine Liste offener Vorschläge, die niemand bearbeitete. Nach der Umstellung gab es keine Liste mehr, nur noch Termine mit Bestätigung oder klare Absagen.
Diese Zahlen stammen aus einem Projekt mit einem Kunden. Sie gelten für dessen Zielgruppe und Ansprache und sind kein Maßstab für jeden Vertrieb.
Welche Fehler machen Teams bei diesem Einwand?
Der häufigste Fehler ist die Mail als Ausweg, nicht als Werkzeug. Teams schicken Vorschläge ohne Zeit, weil das Gespräch schon vorbei ist, und hoffen, dass der Kontakt von selbst antwortet. Er antwortet selten. Die Fehler unten zeigen, wo die Zusage verloren geht.
- 01
Zuerst nach der Mailadresse fragen und die Zeit offenlassen.
Folge: Die Mail enthält keine Zeit, der Kontakt antwortet nicht, und der Termin steht nirgends.
Besser: Zwei konkrete Zeiten nennen und die Mailadresse erst nach der Wahl abfragen.
- 02
Eine Mail mit Anhang und langer Vorstellung schicken.
Folge: Viele Postfächer blockieren den Anhang, und der Kontakt liest nur den Betreff.
Besser: Termin, Einwahl und Bestätigungssatz in den Text, ohne Anhang.
- 03
Nach zwei Mails ohne Antwort weiter schreiben.
Folge: Der Kontakt fühlt sich bedrängt, und der nächste Anruf beginnt mit einem Vorwurf.
Besser: Nach der zweiten Mail einen Anruf planen und den Stand in der Wiedervorlage festhalten.
Wie gehen Sie mit Entscheidern um, die nur per Mail erreichbar sind?
Ein Entscheider, der nur per Mail erreichbar sein will, möchte die Kontrolle über seine Zeit behalten. Er will wissen, was ihn erwartet, bevor er sich bindet. Geben Sie ihm das in der Mail: Thema, Dauer, Nutzen in einem Satz und die zwei Zeiten.
Eine gute Mail ist kurz. Sie nennt den Anlass, der sich auf das Gespräch bezieht, und sagt, was der Kontakt davon hat. Sie vermeidet Anhänge, weil viele Postfächer sie blockieren. Und sie hat einen Betreff, der den Termin nennt, nicht nur das Wort Vertrieb.
Ein Entscheider, der auf die Mail nicht antwortet, bekommt einen Anruf. Das Gespräch ist kurz, weil die Mail die Frage schon gestellt hat. Sie sagen: „Ich habe Ihnen zwei Zeiten geschickt, welche passt Ihnen?“ Diese Form ist höflich und klar.
Was sagt der Einwand über den Ablauf der Terminierung?
Der Wunsch nach einer Mail zeigt den Ablauf, nicht nur das Gespräch. Er verrät, dass der Kontakt Termine zentral oder schriftlich verwaltet und dass die Zusage eine Stufe braucht, die Sie nicht erreichen, solange Sie nur telefonieren.
Für Ihr Team heißt das: Planen Sie die Mail als festen Schritt. Sie hat einen Versandzeitpunkt, einen Verantwortlichen und einen Eintrag in der Wiedervorlage. Wer die Mail als Nebensache behandelt, verliert genau die Termine, um die es geht.
Wenn ein Kaufgremium über den Termin entscheidet, ist der Einwand oft ein Hinweis auf die Runde und nicht auf den Kontakt. Dann bitten Sie um die Namen der Beteiligten, bevor Sie eine Mail schreiben. Der Entscheider bleibt das Ziel, aber die Mail geht an den Weg, den das Gremium vorgibt.
Wer die Terminierung nicht selbst führt, kann sie an eine Agentur übergeben. Eine Kaltakquise-Agentur oder eine Terminvereinbarung-Agentur übernimmt diesen Schritt mit festen Abläufen. Entscheidend bleibt, dass die Mail eine Zeit trägt und nicht nur eine Bitte.
Wann passt dieser Leitfaden nicht?
Der Leitfaden passt nicht, wenn der Kontakt jede Terminabsprache ablehnt, wenn ein Gremium entscheidet oder wenn nur die Mail als Kontakt erlaubt ist und niemand zu einer Zeit ansprechbar ist. In diesen Fällen hilft die Technik nicht, und Sie sollten die Lage anders angehen.
- Wenn der Kontakt jede Form von Terminabsprache ablehnt und auch keine Zeit nennen möchte, hilft keine Mail. Beenden Sie das Gespräch freundlich und tragen Sie den Grund ein.
- Wenn Ihr Angebot nur mit einem Gremium entschieden wird, ist die Mail an eine Einzelperson zu früh. Fragen Sie zuerst nach den Beteiligten, bevor Sie einen Vorschlag schicken.
- Wenn der Kontakt schriftlich antworten muss, etwa aus internen Regeln, bleibt die Mail der Weg, den er nutzen darf. Dann gilt die Regel mit zwei Zeiten trotzdem, nur ohne Telefonrückfrage.
Bei einer Absage beenden Sie das Gespräch freundlich und tragen den Grund ein. Bei einem Gremium bitten Sie um das Gespräch mit den Beteiligten. Bei einem Kontakt, der nur schreibt, akzeptieren Sie das und planen den Schriftweg mit festen Fristen, statt weiter zu telefonieren.
Wie geht es nach diesem Leitfaden weiter?
Nach diesem Leitfaden brauchen Sie drei Dinge: die Mail mit zwei Zeiten, einen Eintrag in der Wiedervorlage und die Bestätigung des Kontakts. Der Einwand-Spickzettel fasst die Formulierungen auf einer Seite zusammen. Wer im Gespräch unsicher ist, übt die Rückfrage im kurzen Erstgespräch mit einem Berater, bevor er sie am Telefon braucht.
Die Methode hinter diesen Schritten beschreibt die KRAUSS-Methode. Sie zeigt, wie aus einem Erstkontakt ein Verkaufstermin mit Kaufinteresse wird und wo die Mail dazugehört. Die grundsätzliche Antwort auf Widerstand am Telefon steht in der Einwandbehandlung am Telefon.
Für den Einstieg in die Telefonakquise lesen Sie die Seite zur Telefonakquise bei KRAUSS. Sie zeigt, welche Ebene KRAUSS übernimmt, nämlich die Telefonebene und die Terminierung, und welche Ebene bei Ihrem Vertrieb bleibt.
Testen Sie die Regel in Ihrem nächsten Gespräch. Zählen Sie die Mails und die Zusagen, und prüfen Sie das Ergebnis nach vier Wochen.
Vom Wissen zum Termin
Was kostet das in Ihrem Markt?
Der Preis richtet sich nach Zielmarkt, Erreichbarkeit und Terminmenge. Wenn das Gespräch sitzt, führen wir es für Sie. Das Testprojekt prüft an echten Terminen, was Ihre Zielgruppe hergibt. Den Umfang legen Sie im 15-Minuten-Gespräch fest.









