Was unterscheiden ARR, MRR und ACV?
Alle drei Größen beschreiben wiederkehrenden Umsatz, aber auf verschiedenen Ebenen. Der ACV gehört zu einem einzelnen Vertrag und zählt Euro pro Jahr. Der MRR teilt denselben Vertrag auf Monate auf. Der ARR fasst die Jahreswerte aller laufenden Verträge zu einer Zahl für das Unternehmen zusammen.
Die Größen sind damit kein Ersatz füreinander. Ein Vertriebsteam mit wenigen großen Verträgen hat einen hohen ACV und einen moderaten ARR, ein Team mit vielen kleinen Verträgen umgekehrt.
Wie rechnen Sie einen Vertrag in Monats- und Jahreswerte um?
Der ACV ist der Vertragswert geteilt durch die Laufzeit in Jahren. Den MRR erhalten Sie, wenn Sie den ACV durch zwölf teilen. Den ARR eines Bestands rechnen Sie, indem Sie die Jahreswerte aller laufenden Verträge addieren.
Formel
ACV = Vertragswert ÷ Laufzeit in Jahren; MRR = ACV ÷ 12; ARR = Summe der ACV aller laufenden Verträge
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Vertragswert | Summe der wiederkehrenden Zahlungen über die Vertragslaufzeit, ohne Einmalzahlungen | Euro |
| Laufzeit in Jahren | Dauer des Vertrags, geteilt durch zwölf Monate | Anzahl |
| ACV | Jahreswert eines Vertrags | Euro |
| MRR | Monatswert eines Vertrags | Euro |
| ARR | Summe der Jahreswerte aller laufenden Verträge | Euro |
Rechenbeispiel
Beispielzahlen, frei gewählt, keine Messwerte
Ein Vertrag, dann zwanzig gleiche
- Annahme: Wiederkehrende Zahlungen über die Laufzeit36.000 €(frei gewählt, kein Angebot)
- Annahme: Laufzeit in Jahren3(frei gewählt)
- Annahme: Einmalige Einrichtung, nicht wiederkehrend3.000 €(frei gewählt)
- Annahme: Anzahl gleicher Verträge im Bestand20(frei gewählt)
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| ACV eines Vertrags | 36.000 € ÷ 3 | 12.000 € |
| MRR eines Vertrags | 36.000 € ÷ 3 ÷ 12 | 1.000 € |
| ARR aus zwanzig Verträgen | 20 × 36.000 € ÷ 3 | 240.000 € |
| Umsatz des Vertrags insgesamt, mit Einmalzahlung | 36.000 € + 3.000 € | 39.000 € |
Der Beispielvertrag umfasst 36.000 Euro über drei Jahre. Das ergibt einen ACV von 12.000 Euro und einen MRR von 1.000 Euro. Zwanzig gleiche Verträge bringen einen ARR von 240.000 Euro. Die einmalige Einrichtung von 3.000 Euro steht nicht im ARR, sie erhöht aber den Umsatz des Vertrags im ersten Jahr auf 39.000 Euro in der Summe. (KRAUSS GmbH, Stand 10/2026)
Alle Zahlen sind frei gewählt und kein Angebot. Ihre eigenen Verträge liefern die Eingaben.
Wo verwechseln Teams die Größen am häufigsten?
Die häufigste Verwechslung nimmt den Vertragswert als Jahreswert. Ein Dreijahresvertrag über 36.000 Euro wirkt in der Pipeline wie 36.000 Euro im Jahr, obwohl er nur 12.000 Euro Jahresumsatz bringt. Das verzerrt Forecast und Vertriebsziele gleichermaßen. (KRAUSS GmbH, Stand 10/2026)
Die zweite Verwechslung betrifft Einmalzahlungen. Sie gehören zum Umsatz, nicht zum ARR. Wer beides mischt, sieht einen Anstieg im ersten Jahr, der im zweiten Jahr verschwindet.
Auch bei Verträgen über mehrere Jahre bestimmt die Laufzeit den Monatswert, nicht der Betrag im Abschlussmonat. Eine Vertragsunterschrift im Dezember verändert den MRR des Dezembers daher nur um den Anteil, der in diesem Monat anfällt.
- 01
ACV und Vertragsumsatz verwechseln.
Folge: Der Jahreswert erscheint dreimal so hoch wie er ist.
Besser: Den Vertragswert durch die Laufzeit teilen, bevor Sie ihn als Jahreswert nennen.
- 02
Einmalige Einrichtung in den ARR rechnen.
Folge: Der ARR steigt im ersten Jahr und fällt danach ab.
Besser: Einmalzahlungen getrennt ausweisen.
- 03
Verträge mit unterschiedlicher Laufzeit mischen.
Folge: Ein Dreijahresvertrag und ein Monatsvertrag ergeben einen ARR, der niemandem gehört.
Besser: Den ACV je Vertrag rechnen und erst dann summieren.
Stand Oktober 2026. Die Umrechnung gilt für Verträge mit gleichmäßigen Zahlungen. Bei Staffelpreisen rechnen Sie den ACV je Staffel und gewichten nach Dauer.








