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LeitfadenKI und Branchen

KI im Vertrieb und DSGVO: Was KI-Werkzeuge im B2B dürfen

Jesse KlotzGeschäftsführer Performance Marketing
Stand
Erstveröffentlichung
Lesezeit
11 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI im Vertrieb unterliegt der DSGVO, sobald ein Werkzeug Namen, Stimmen, E-Mail-Adressen oder Gesprächsnotizen von Menschen verarbeitet. Dann brauchen Sie eine Rechtsgrundlage, einen Vertrag mit dem Anbieter, Information und Widerspruchsweg. Die KI-Verordnung ergänzt das um Pflichten zur KI-Kompetenz, Kennzeichnung und Verbote. Stand 09.10.2026, keine Rechtsberatung.

Stand Quellen

Dazu: Neukunden-Check, Check mit 6 Fragen im Browser, ohne Formular.

Fakten

Personenbezogene Daten
Alle Informationen über eine identifizierte oder identifizierbare Person, Art. 4 Nr. 1 DSGVOQuelle: Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 10/2026
Vertrag mit dem Anbieter eines KI-Werkzeugs
Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, schriftlich oder in einem elektronischen FormatQuelle: Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 10/2026
Information bei Daten aus anderer Quelle
Art. 14 DSGVO, spätestens innerhalb eines MonatsQuelle: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 10/2026
Widerspruch gegen Direktwerbung
Jederzeit möglich, danach keine Verarbeitung mehr zu diesem Zweck, Art. 21 DSGVOQuelle: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 10/2026
KI-Kompetenz des Personals
Pflicht für Anbieter und Betreiber nach Art. 4 der KI-VerordnungQuelle: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 10/2026
Heimliche Aufnahme eines Gesprächs
Strafbar nach § 201 StGB, bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder GeldstrafeQuelle: gesetze-im-internet.de, Stand 10/2026
Inhalt11 Abschnitte
  1. 01Wann verarbeitet KI im Vertrieb personenbezogene Daten?
  2. 02Welche Rechtsgrundlage trägt KI-Werkzeuge im Vertrieb?
  3. 03Wann brauchen Sie einen Vertrag mit dem Anbieter, und worauf kommt es an?
  4. 04Was verlangt das Recht bei der Aufzeichnung und Transkription von Gesprächen?
  5. 05Was verlangt die KI-Verordnung von Vertriebsteams?
  6. 06Wie prüfen Sie ein KI-Werkzeug vor dem Einsatz im Vertrieb?
  7. 07Wie wirkt sich die DSGVO auf Scoring und Anreicherung aus?
  8. 08Was zeigt die Praxis?
  9. 09Wie viel Aufwand kostet die erste Prüfung?
  10. 10Wann ist diese Prüfung nicht die richtige Antwort?
  11. 11Was bedeutet das für die Telefonakquise mit Menschen?

Wann verarbeitet KI im Vertrieb personenbezogene Daten?

KI im Vertrieb verarbeitet personenbezogene Daten, sobald ein Werkzeug Informationen sieht, die sich auf eine bestimmte Person beziehen. Dazu zählen Namen, E-Mail-Adressen mit Personenbezug, Stimmen und Gesprächsnotizen, nicht aber reine Angaben über eine Firma.

Die DSGVO fasst unter personenbezogenen Daten alle Informationen über eine identifizierte oder identifizierbare Person (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016). Die Adresse max.mustermann@firma.de gehört dazu, die Adresse info@firma.de meist nicht. Eine Stellenbezeichnung allein, etwa „Einkaufsleitung“, bezieht sich auf eine Funktion. Mit Firma und Ort lässt sie sich oft einer Person zuordnen, und dann gilt sie als personenbezogen.

Diese Seite behandelt KI-Werkzeuge im Vertrieb: Recherche, Entwürfe, Transkription, Scoring und Anreicherung. Die Frage, ob ein KI-Agent selbst Unternehmen anrufen darf, behandelt die Seite Sind KI-Anrufe im B2B erlaubt?. Hier geht es um das, was vor und nach dem Anruf geschieht, und um das, was das Team in ein Werkzeug eingibt.

KI-Werkzeuge im Vertrieb und ihr Bezug zu Personendaten, Einschätzung von KRAUSS, Stand 10/2026
WerkzeugWas es siehtPersonendatenErste Pflicht
Recherche zu FirmenFirmenname, Ort, Branche, öffentliche MeldungenSeltenQuelle prüfen, keine Namen eingeben
Mail- und TextentwürfeAnrede, Name, Funktion des EmpfängersJa, wenn Namen im Prompt stehenVertrag mit dem Anbieter, Eingaberegel
Transkription von GesprächenStimme, Inhalt, NamenJaEinwilligung des Gesprächspartners, Vertrag
Anreicherung von KontaktdatenNamen, Funktionen, E-Mail-Adressen aus DatenquellenJaRechtsgrundlage, Information nach Art. 14
Scoring im KundensystemVerhalten, Merkmale, KontakthistorieJaDokumentierte Regeln, Auskunft, Widerspruch
Chat mit KundennotizenAlles, was das Team einfügtJa, wenn Notizen Personen nennenEingaberegel, Vertrag, Löschfristen
Coaching für MitarbeitendeGespräche und Leistung der VerkäuferJa, BeschäftigtendatenMitbestimmung, Beschäftigtendatenschutz
Quelle: Einschätzung der Redaktion der KRAUSS GmbH, keine Marktstudie und keine Rechtsberatung.

Die Tabelle gibt eine Faustregel: Je näher ein Werkzeug an Namen, Stimmen und Verhalten kommt, desto mehr Pflichten greifen. Beginnen Sie die Prüfung deshalb bei den drei Werkzeugen in der Mitte der Tabelle: Transkription, Anreicherung und Scoring.

Welche Rechtsgrundlage trägt KI-Werkzeuge im Vertrieb?

Für KI-Werkzeuge im B2B-Vertrieb trägt meist das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 Buchstabe f DSGVO, für Aufzeichnungen und Cookies die Einwilligung. Das berechtigte Interesse verlangt eine Abwägung, die Sie dokumentieren.

Die Prüfung hat drei Stufen. Erstens muss ein berechtigtes Interesse bestehen, zum Beispiel die Gewinnung von Kunden. Zweitens muss die Verarbeitung dafür erforderlich sein, also nicht mehr Daten umfassen als nötig. Drittens dürfen die Interessen der Betroffenen nicht überwiegen. Die Verordnung nennt in ihren Erwägungsgründen die Direktwerbung als möglichen Fall des berechtigten Interesses (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016). Ein Freibrief ist das nicht: Je mehr Daten ein Werkzeug sammelt und je weniger der Betroffene damit rechnet, desto eher überwiegt sein Interesse.

Aus der Rechtsgrundlage folgen drei Pflichten, die in der Praxis am häufigsten fehlen.

  1. Information. Haben Sie Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben, etwa aus einem Verzeichnis oder von einem Anreicherungsdienst, informieren Sie spätestens innerhalb eines Monats (Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 05/2018). Im ersten Telefonat reicht die Information im Gespräch mit Verweis auf Ihre Datenschutzhinweise.
  2. Widerspruch. Gegen die Verarbeitung für Direktwerbung können Betroffene jederzeit widersprechen, danach darf der Verantwortliche die Daten dafür nicht mehr verarbeiten (Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 05/2018). Das Kundensystem braucht eine Sperrliste, die jedes KI-Werkzeug einhält.
  3. Zweckbindung. Daten, die Sie für einen Zweck erhoben haben, dürfen Sie nicht ohne Prüfung für einen anderen verwenden. Notizen aus dem Kundenservice gehören nicht ungefragt in ein Werkzeug für Akquise-Entwürfe.

Der Anruf selbst folgt zusätzlich dem Wettbewerbsrecht. Ein Werbeanruf bei einem sonstigen Marktteilnehmer braucht zumindest dessen mutmaßliche Einwilligung (gesetze-im-internet.de, Stand 10/2026). Datenschutz und Wettbewerbsrecht laufen nebeneinander, und die strengere Prüfung entscheidet über die Zulässigkeit. Die Grundlagen zur mutmaßlichen Einwilligung erklärt das Glossar.

Wann brauchen Sie einen Vertrag mit dem Anbieter, und worauf kommt es an?

Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung brauchen Sie, sobald ein Anbieter Personendaten in Ihrem Auftrag verarbeitet. Art. 28 DSGVO verlangt, dass ein Vertrag den Auftragsverarbeiter bindet (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016).

Für KI-Werkzeuge ist der Vertrag der Punkt, an dem sich gute von unklaren Anbietern trennen. Ein Anbieter, der seinen Vertrag auf Anfrage nicht liefert, ist für Personendaten die falsche Wahl. Dieselbe Prüfung gilt für den Dienstleister, der Anrufe für Sie führt. Die Anforderungen an diesen Vertrag zeigt die Seite Auftragsverarbeitung bei Telefonakquise.

Vier Punkte machen den Unterschied, und alle vier sollten im Vertrag oder in den Anlagen stehen:

  • Verarbeitungsort. Verarbeitet der Anbieter in der EU, oder übermittelt er Daten in ein Drittland? Für Drittländer gelten zusätzliche Voraussetzungen der DSGVO.
  • Unterauftragnehmer. Ein KI-Anbieter nutzt meist das Modell eines anderen Anbieters. Dieser gehört in die Liste der Unterauftragnehmer.
  • Training. Nutzt der Anbieter Ihre Eingaben, um eigene Modelle zu verbessern? Dafür brauchen Sie eine Antwort, die im Vertrag steht, nicht im Prospekt.
  • Löschung. Wie lange speichert der Anbieter Eingaben und Ergebnisse, und wie belegt er die Löschung?

Wer keinen Vertrag hat, trifft eine einfache Regel: In das Werkzeug gehören keine Personendaten. Die Regel gilt für jeden Mitarbeiter, auch für den, der „nur kurz“ etwas nachschlagen will.

Was verlangt das Recht bei der Aufzeichnung und Transkription von Gesprächen?

Die Aufzeichnung eines Verkaufsgesprächs braucht die Einwilligung des Gesprächspartners. Wer das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufnimmt, macht sich nach § 201 StGB strafbar, die Strafe reicht bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe (gesetze-im-internet.de, Stand 10/2026).

Transkriptionswerkzeuge, die Gespräche live mitschreiben und zusammenfassen, fallen unter diese Regel, auch wenn niemand eine Tondatei speichert. Die Verarbeitung der Stimme und des Inhalts ist zusätzlich eine Verarbeitung personenbezogener Daten nach der DSGVO. Ob eine Aufnahme ohne Einwilligung je auf ein berechtigtes Interesse stützen lässt, spielt für die Strafbarkeit keine Rolle. Verlassen Sie sich im Zweifel auf die ausdrückliche Einwilligung.

Ein Satz zu Beginn des Gesprächs genügt als Einstieg: „Ich möchte das Gespräch für meine Notizen von einer Software mitschreiben lassen. Sind Sie damit einverstanden?“ Bei einem Nein schalten Sie das Werkzeug aus und führen Notizen von Hand. Notieren Sie die Antwort im Kundensystem. Die Einwilligung muss freiwillig sein, ein Gesprächspartner, der sich dazu gedrängt fühlt, hat nicht wirksam eingewilligt.

Für Mitarbeitende kommen zwei weitere Regeln hinzu. Technische Einrichtungen, die geeignet sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen, unterliegen der Mitbestimmung des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG (gesetze-im-internet.de, Stand 10/2026). Und die Verarbeitung von Beschäftigtendaten regelt zusätzlich § 26 BDSG (gesetze-im-internet.de, Stand 10/2026). Ein Coaching-Werkzeug, das Anrufe von Verkäufern auswertet, braucht deshalb Absprache mit dem Betriebsrat, wo es einen gibt, und Information der Mitarbeitenden vor dem Start.

Was verlangt die KI-Verordnung von Vertriebsteams?

Die KI-Verordnung verlangt von Vertriebsteams als Betreibern vor allem KI-Kompetenz, den Verzicht auf verbotene Praktiken und die Kennzeichnung bei direkter Interaktion mit Menschen. Hochrisiko-Pflichten treffen den Vertrieb nur in einzelnen Anwendungen.

Die Verordnung ordnet KI-Systeme nach Risiko. Verbotene Praktiken stehen in Art. 5, Hochrisiko-Systeme in Art. 6 und Anhang III, Transparenzpflichten in Art. 50. Alles andere unterliegt keinen besonderen Pflichten außer der KI-Kompetenz. Die Verbote und die Pflicht zur KI-Kompetenz gelten seit dem 2. Februar 2025. Zu den Fristen der übrigen Teile liegen Änderungsvorschläge der EU-Kommission vor. Prüfen Sie den aktuellen Stand im Amtsblatt, die Redaktion hat ihn am 09.10.2026 nicht abschließend geprüft.

Vier Pflichten der KI-Verordnung und ihr Bezug zum Vertrieb, Einschätzung von KRAUSS, Stand 10/2026
PflichtInhaltWen sie im Vertrieb trifftBeispiel
KI-Kompetenz (Art. 4)Personal verfügt über ausreichende Kenntnisse im Umgang mit KIJedes Team, das KI-Werkzeuge nutztSchulung zu Halluzinationen, Datenschutz, Prüfung
Verbotene Praktiken (Art. 5)Unter anderem Emotionserkennung am Arbeitsplatz, manipulative TechnikenTeams mit GesprächsanalyseKeine Stimmungsanalyse der Verkäufer
Hochrisiko (Art. 6, Anhang III)Strenge Pflichten für bestimmte Anwendungen, darunter KI zur Bewertung von BeschäftigtenTeams mit Leistungsbewertung durch KIAutomatisches Ranking der Verkäufer nach Anrufen
Transparenz (Art. 50)Menschen erkennen, dass sie mit einer KI sprechenTeams mit Chatbot oder SprachagentHinweis „KI-Assistent“ im ersten Satz
Quelle: Einschätzung der Redaktion der KRAUSS GmbH nach (Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 07/2024), keine Rechtsberatung.

Aus der Tabelle folgen drei Regeln für den Alltag. Erstens schulen Sie das Team in den Grundlagen: Was ein Sprachmodell kann, wo es erfindet, was in ein Werkzeug gehört und was nicht. Halten Sie Teilnahme und Inhalt fest, denn Art. 4 verlangt Maßnahmen nach besten Kräften (Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 07/2024). Zweitens führen Sie eine Liste der eingesetzten KI-Werkzeuge mit Zweck, Anbieter und Datenarten. Drittens trennen Sie KI-Hilfe für Verkäufer von KI-Bewertung der Verkäufer. Das erste ist ein Werkzeug, das zweite berührt Verbote und Hochrisiko-Pflichten.

Ein Chatbot auf Ihrer Webseite oder ein Sprachagent am Telefon spricht direkt mit Menschen. Dafür verlangt Art. 50 Abs. 1, dass Personen erkennen, dass sie mit einem KI-System interagieren (Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 07/2024). Ein Mailentwurf, den ein Mensch prüft und unter eigenem Namen versendet, löst nach der Lesart der Redaktion diese Pflicht nicht aus. Klären Sie Grenzfälle mit Ihrer Beratung.

Wie prüfen Sie ein KI-Werkzeug vor dem Einsatz im Vertrieb?

Sie prüfen ein KI-Werkzeug mit acht Fragen an den Anbieter: Vertrag, Ort, Unterauftragnehmer, Training, Löschung, Protokolle, Rechte und Meldeweg. Wer sie nicht schriftlich beantwortet, kommt für Personendaten nicht in Frage.

Acht Fragen an den Anbieter eines KI-Werkzeugs, Einschätzung von KRAUSS, Stand 10/2026
FrageAntwort, die genügtWarnzeichen
Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?Vertrag liegt vor und nennt Zweck, Daten und PflichtenVerweis auf allgemeine Nutzungsbedingungen
Wo verarbeitet der Anbieter die Daten?Ort und Rechtsgrundlage für jede Übermittlung genanntKeine Angabe oder „weltweit“
Welche Unterauftragnehmer gibt es?Liste mit Ort und ZweckKein Verzeichnis, kein Änderungsrecht
Nutzt der Anbieter Eingaben zum Training?Nein, im Vertrag festgehaltenJa mit Opt-out nur in den Einstellungen
Wie lange bleiben Eingaben gespeichert?Frist und LöschnachweisUnbegrenzt oder keine Antwort
Gibt es Protokolle über Nutzung und Zugriffe?Protokoll je Nutzer, abrufbarKeine Nachvollziehbarkeit
Wer im Team darf was sehen?Rollen und Rechte einstellbarAlle sehen alles
Was passiert bei einer Datenpanne?Meldeweg und Frist im VertragKeine Aussage
Quelle: Einschätzung der Redaktion der KRAUSS GmbH, keine Rechtsberatung.

Zwei Prüfungen betreffen Sie selbst, nicht den Anbieter. Sie tragen das Werkzeug in Ihr Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten ein, und Sie prüfen, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO nötig ist (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016). Sie ist bei hohem Risiko für die Betroffenen nötig, etwa bei umfangreicher Bewertung persönlicher Aspekte. Ein Lead-Scoring über B2B-Kontakte löst sie nach Einschätzung der Redaktion meist nicht aus. Entscheiden Sie das mit Ihrer Datenschutzbeauftragten oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Kleine Teams ohne eigene Rechtsabteilung gehen in vier Schritten vor: Liste der Werkzeuge anlegen, die acht Fragen schicken, Werkzeuge ohne Antwort für Personendaten sperren und das Team in einer Stunde schulen. Die Rechnung weiter unten zeigt, was das kostet.

Dazu: Neukunden-Check, Check mit 6 Fragen im Browser, ohne Formular.

Wie wirkt sich die DSGVO auf Scoring und Anreicherung aus?

Scoring und Anreicherung sind Profiling im Sinne der DSGVO, wenn sie persönliche Aspekte automatisiert bewerten. Das ist erlaubt, braucht aber Rechtsgrundlage, Transparenz und einen Weg für Auskunft und Widerspruch.

Beim Lead-Scoring ordnet eine Software Kontakte nach Merkmalen und Verhalten, bei der Anreicherung ergänzt sie Daten aus anderen Quellen. Beide Verfahren entscheiden im B2B meist nur darüber, wen der Vertrieb zuerst anspricht. Art. 22 DSGVO schützt vor Entscheidungen, die allein auf automatisierter Verarbeitung beruhen und rechtliche Wirkung entfalten oder die Person erheblich beeinträchtigen (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016). Die Reihenfolge von Anrufen erreicht diese Schwelle in der Regel nicht.

Drei Dinge bleiben trotzdem zu tun. Dokumentieren Sie die Merkmale und Gewichte des Scorings, damit Sie Auskunft geben können. Prüfen Sie Stichproben, ob das Scoring Gruppen systematisch ausschließt, zum Beispiel kleine Betriebe, die in Wahrheit Ihre besten Kunden sind. Und führen Sie bei Anreicherung die Quelle je Datensatz mit, damit die Information nach Art. 14 und der Widerspruch ihren Weg finden. Wie ein Team Kontakte qualifiziert, ohne Blackbox, beschreibt das Glossar zur Leadqualifizierung.

Die signalbasierte Ansprache liegt in der Mitte: Sie nutzt öffentliche Meldungen einer Firma als Anlass. Das ist unkritischer, solange Sie Firmenereignisse nutzen und keine Profile von Personen anlegen. Die Prüfung der Quelle ersetzt hier die Prüfung des Scorings.

Was zeigt die Praxis?

In der Praxis scheitert der Datenschutz im Vertrieb selten an einem großen Verstoß, meist an vielen kleinen Gewohnheiten. Zwei Fälle zeigen, wo sie sitzen.

In einem Projekt für einen Anbieter von Software für Gebäudetechnik zählte der Vertriebsleiter die KI-Werkzeuge seines Teams. Er fand neun, von denen er sechs kannte. Für vier fehlte ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung, zwei nutzten Eingaben zum Training. Das Team stellte vier Werkzeuge ab, ersetzte zwei durch Anbieter mit Vertrag und schrieb eine Eingaberegel von einer Seite. Nach sechs Wochen blieben fünf Werkzeuge, alle mit Vertrag.

In einem Projekt für einen Hersteller von Dosiertechnik führte das Team eine Transkription für Verkaufsgespräche ein. Bei der Stichprobe von 40 Gesprächen lag in 11 Fällen keine Einwilligung des Gesprächspartners vor, die Software lief einfach mit. Der Vertriebsleiter stellte um: Das Werkzeug startet nur nach einem Klick des Verkäufers, und ein Satz zu Beginn des Gesprächs holt die Einwilligung ein. Bei der nächsten Stichprobe lag sie in 38 von 40 Gesprächen vor, in den übrigen zwei stand die Ablehnung im Kundensystem.

Wie viel Aufwand kostet die erste Prüfung?

Die erste Prüfung kostet je Werkzeug einen halben Arbeitstag, danach genügen Nachprüfungen bei Änderungen. Die Rechnung nimmt acht Werkzeuge an.

Rechenbeispiel

Beispielzahlen, frei gewählt, keine Messwerte

Aufwand, die KI-Werkzeuge eines Vertriebsteams einmal zu prüfen

  • Annahme: KI-Werkzeuge im Einsatz, die Personendaten berühren8(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert, zählen Sie Ihre Werkzeuge)
  • Annahme: Stunden je Werkzeug für Fragebogen, Vertrag und Rückfragen3(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
  • Annahme: Stunden Beratung je Werkzeug für Rechtsfragen1(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
  • Annahme: Kosten einer Stunde im eigenen Haus oder bei der Beratung120 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert, setzen Sie Ihren Satz ein)
Aufwand, die KI-Werkzeuge eines Vertriebsteams einmal zu prüfen
SchrittRechnungErgebnis
Stunden für die erste Prüfung aller Werkzeuge8 × (3 + 1)32
Kosten der ersten Prüfung bei dem angenommenen Satz8 × (3 + 1) × 120 €3.840 €

Die Zahlen sind Annahmen. Zählen Sie Ihre Werkzeuge und fragen Sie bei jedem Anbieter einmal. Wer mit Kunden aus Industrie und Handel arbeitet, begegnet den Fragen ohnehin: Einkäufer großer Firmen fragen in Ausschreibungen nach Auftragsverarbeitung, Standort und KI-Einsatz. Die Antworten auf Vorrat zu haben, spart dann Tage.

Wann ist diese Prüfung nicht die richtige Antwort?

Diese Prüfung ist nicht die richtige Antwort, wenn Ihr Team keine Personendaten in KI-Werkzeuge gibt oder wenn Sie einen konkreten Rechtsfall klären müssen.

  • Wenn Sie nur Firmendaten ohne Bezug zu Personen in KI-Werkzeuge eingeben, stellt sich die Frage der DSGVO weit seltener, und diese Seite führt Sie tiefer als nötig.
  • Wenn Sie Rechtssicherheit für einen konkreten Fall brauchen, ersetzt diese Seite nicht die Beratung durch eine Anwältin oder einen Anwalt.
  • Wenn Sie Verbraucher statt Unternehmen ansprechen, gelten strengere Regeln für Werbung, die diese Seite nicht behandelt.

Dazu kommen vier Fehler, die in der Praxis am häufigsten auftreten.

  1. 01

    Kundendaten in ein frei zugängliches KI-Werkzeug kopieren, weil es praktisch ist.

    Folge: Ein Dienst ohne Vertrag zur Auftragsverarbeitung verarbeitet die Daten nach seinen eigenen Regeln, und Sie haben keine Kontrolle über Speicherung und Weitergabe.

    Besser: Nur Werkzeuge nutzen, mit denen ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO besteht, und für alle anderen eine Eingaberegel ohne Personendaten festlegen.

  2. 02

    Gespräche aufzeichnen und von einer KI zusammenfassen lassen, ohne den Gesprächspartner zu fragen.

    Folge: Die heimliche Aufnahme des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ist nach § 201 StGB strafbar, und die DSGVO-Pflichten kommen hinzu.

    Besser: Zu Beginn des Gesprächs um Einwilligung bitten, bei einem Nein nicht aufnehmen und die Notizen von Hand führen.

  3. 03

    Ein Scoring im Kundensystem einschalten und nie erklären können.

    Folge: Die Auswahl, wen der Vertrieb anruft, folgt dann einem Profil, das Betroffene nicht nachvollziehen können, und Widerspruch und Auskunft laufen ins Leere.

    Besser: Die Regeln des Scorings dokumentieren, Stichproben prüfen und einen Weg für Auskunft und Widerspruch einrichten.

  4. 04

    Die KI-Verordnung für ein Thema der Konzerne halten.

    Folge: Art. 4 verlangt KI-Kompetenz auch von Betreibern im Mittelstand, und die Verbote gelten für jedes Unternehmen.

    Besser: Das Team in den Grundlagen schulen und die eingesetzten Werkzeuge in einer Liste führen.

Was bedeutet das für die Telefonakquise mit Menschen?

Für die Telefonakquise heißt das: Der Anruf eines Menschen mit konkretem Anlass folgt dem Maßstab von § 7 UWG, und KI kann die Vorbereitung unterstützen, ohne selbst zu telefonieren. Das senkt die offenen Fragen aus KI-Verordnung und Anrufmaschinen-Regel.

KRAUSS ruft mit Menschen an. KI hilft im Hintergrund bei der Recherche, aber das Gespräch mit dem Entscheider führt ein Mensch, der den Kaufcheck macht und jeden Termin doppelt bestätigt. Als Auftragsverarbeiter verarbeitet KRAUSS Ihre Daten nach Vertrag. Wer sich zwischen KI-Agent und Mensch entscheiden muss, findet die Kriterien im Vergleich KI-Telefonagent oder Mensch.

Den Outbound-Vertrieb rechtlich sauber aufzustellen, dauert bei klarer Aufgabenteilung Wochen, nicht Monate: Werkzeuge listen, Verträge einholen, Eingaberegel schreiben, Team schulen. Die Telefonakquise von KRAUSS beschreibt Ablauf und Leistung, die Methode den Weg vom Anruf zum Termin. Das Testprojekt prüft an echten Terminen, was Ihre Zielgruppe hergibt. Den Umfang legen Sie im 15-Minuten-Gespräch fest. Ihr Angebot konfigurieren Sie im Angebotskonfigurator, und ein Gespräch mit Jesse Klotz dauert 15 Minuten.

Stand 09.10.2026, keine Rechtsberatung: Diese Seite ordnet Fundstellen. Sie ersetzt nicht die Prüfung durch eine Anwältin oder einen Anwalt oder durch Ihre Datenschutzbeauftragte.

Rechtlicher Hinweis. Stand 09.10.2026, keine Rechtsberatung. Der Text erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt nicht die Prüfung Ihres Einzelfalls.

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Fragen und Antworten

Häufige Fragen kurz beantwortet.

01Ist KI im Vertrieb mit der DSGVO vereinbar?

Ja, wenn Sie die Pflichten erfüllen. Die DSGVO verbietet KI nicht, sie verlangt eine Rechtsgrundlage, einen Vertrag mit dem Anbieter, Information der Betroffenen und einen Weg für Widerspruch und Auskunft. Wie viel davon gilt, hängt von den Daten ab, die ein Werkzeug sieht. Reine Firmendaten berühren die DSGVO selten.

02Brauche ich für ein KI-Werkzeug einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?

Meist ja, sobald das Werkzeug Personendaten in Ihrem Auftrag verarbeitet. Art. 28 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag, der den Anbieter bindet (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016). Fragen Sie nach Verarbeitungsort, Unterauftragnehmern, Löschfristen und danach, ob der Anbieter Ihre Eingaben zum Training eigener Modelle nutzt.

03Darf ich Verkaufsgespräche mit KI aufzeichnen und zusammenfassen?

Nur mit Einwilligung des Gesprächspartners. Die unbefugte Aufnahme des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ist nach § 201 StGB strafbar (gesetze-im-internet.de, Stand 10/2026). Bitten Sie zu Beginn des Gesprächs um Einwilligung, nehmen Sie bei einem Nein nicht auf und führen Sie Notizen von Hand. Für Mitarbeitende kommen Mitbestimmung und Beschäftigtendatenschutz hinzu.

04Gilt die KI-Verordnung auch für mittelständische Vertriebsteams?

Ja, als Betreiber von KI-Systemen. Art. 4 verlangt, dass Betreiber nach besten Kräften für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals sorgen (Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 07/2024). Dazu gelten die Verbote des Art. 5 und die Transparenzpflichten des Art. 50. Welche Pflichten für Hochrisiko-Systeme wann greifen, klären Sie im aktuellen Amtsblatt, die Fristen standen zur Diskussion.

05Ist ein Lead-Scoring mit KI erlaubt?

Im Grundsatz ja, wenn Sie es auf eine Rechtsgrundlage stützen, die Regeln dokumentieren und Betroffene informieren. Bei B2B-Kontakten entscheidet das Scoring meist nur über die Reihenfolge der Anrufe. Eine allein automatisierte Entscheidung mit rechtlicher Wirkung nach Art. 22 DSGVO ist das in der Regel nicht. Prüfen Sie den Einzelfall.

06Darf eine KI die Stimmung meiner Mitarbeitenden im Gespräch bewerten?

Nein, nicht als Emotionserkennung am Arbeitsplatz. Art. 5 der KI-Verordnung verbietet KI-Systeme, die Emotionen von Personen am Arbeitsplatz ableiten, abgesehen von medizinischen oder Sicherheitsgründen (Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Stand 07/2024). Auch eine Leistungsbewertung von Mitarbeitenden mit KI gilt nach Anhang III als Hochrisiko-Anwendung. Klären Sie das mit Ihrer Beratung, bevor Sie ein solches Werkzeug einführen.

07Wie hängt das mit KI-Anrufen zusammen?

KI-Anrufe unterliegen zusätzlich dem Wettbewerbsrecht. Ob ein KI-Agent als automatische Anrufmaschine gilt und die vorherige ausdrückliche Einwilligung des Angerufenen braucht, ist offen (gesetze-im-internet.de, Stand 10/2026). Diese Frage und die Kennzeichnung als KI behandelt die Seite Sind KI-Anrufe im B2B erlaubt?

08Was kostet Telefonakquise mit Menschen von KRAUSS?

Der Preis richtet sich nach Zielmarkt, Erreichbarkeit der Entscheider und gewünschter Terminmenge. Die Konfiguration dauert 2 Minuten, danach erstellen wir Ihr Angebot. Das Testprojekt zeigt an echten Terminen, ob Ihr Markt trägt, und KRAUSS verarbeitet Ihre Daten als Auftragsverarbeiter nach Vertrag.
Prompt ansehen und anpassen

Der Prompt geht an den Anbieter, den Sie wählen. Antworten einer KI können Fehler enthalten: Prüfen Sie Zahlen auf der Fakten-Seite.

Belege

Woher die Angaben stammen.

Jede Zahl mit Quelle nennt Herausgeber, Stand und Abrufdatum. Quellen von KRAUSS verweisen auf die eigenen Seiten.

  1. 01

    gesetze-im-internet.de: UWG § 7, Unzumutbare Belästigungen (gesetze-im-internet.de)

    Stand Oktober 2026abgerufen am Primärquelle

  2. 02

    Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union: DSGVO Art. 14, Informationspflicht, wenn die Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben wurden (eur-lex.europa.eu)

    Stand Mai 2018abgerufen am Primärquelle

  3. 03

    Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union: DSGVO Art. 21, Widerspruchsrecht (eur-lex.europa.eu)

    Stand Mai 2018abgerufen am Primärquelle

  4. 04

    Amtsblatt der Europäischen Union: Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Artikel 28 Auftragsverarbeiter (eur-lex.europa.eu)

    Stand 27.04.2016abgerufen am Primärquelle

  5. 05

    Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50 Transparenzpflichten (eur-lex.europa.eu)

    Stand Juli 2024abgerufen am Primärquelle

  6. 06

    Amtsblatt der Europäischen Union: Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Artikel 4, 6, 13, 22 und 35 (eur-lex.europa.eu)

    Stand 27.04.2016abgerufen am Primärquelle

  7. 07

    Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 4 KI-Kompetenz, Artikel 5 Verbotene Praktiken und Anhang III (eur-lex.europa.eu)

    Stand Juli 2024abgerufen am Primärquelle

  8. 08

    gesetze-im-internet.de: StGB § 201, Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (gesetze-im-internet.de)

    Stand Oktober 2026abgerufen am Primärquelle

  9. 09

    gesetze-im-internet.de: BetrVG § 87, Mitbestimmungsrechte (gesetze-im-internet.de)

    Stand Oktober 2026abgerufen am Primärquelle

  10. 10

    gesetze-im-internet.de: BDSG § 26, Datenverarbeitung für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses (gesetze-im-internet.de)

    Stand Oktober 2026abgerufen am Primärquelle

  11. 11

    KRAUSS GmbH: Methode: So entsteht ein Verkaufstermin (krauss-gmbh.com)

    Stand Oktober 2026abgerufen am KRAUSS-Angabe

Änderungsprotokoll

  1. Erstveröffentlichung, Rechtsaussagen warten auf die juristische Prüfung

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  3. 03Zielgruppe und Leitfadengemeinsam
  4. 04Erste bestätigte Termineim Kalender
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