Inhalt8 Abschnitte
- 01Was ist Sales Forecasting, und wozu dient es?
- 02Welche drei Methoden tragen im B2B?
- 03Wie rechnen Sie die gewichtete Pipeline?
- 04Wie messen Sie den Fehler der Prognose?
- 05Was leistet KI im Forecasting?
- 06Warum machen planbare Termine die Prognose belastbar?
- 07Wann trägt Sales Forecasting nicht?
- 08Ist Ihre Prognose belastbar?
Was ist Sales Forecasting, und wozu dient es?
Sales Forecasting ist die Prognose des Umsatzes, den der Vertrieb in der nächsten Periode abschließt. Sie dient der Planung von Kapazität, Einkauf, Liquidität und der Entscheidung, ob Sie mehr Termine brauchen.
Eine Prognose beantwortet vier Fragen. Erreichen wir das Ziel? Wenn nein, wie groß ist die Lücke? Wo entsteht sie? Und wie früh sehen wir das, um zu reagieren? Der Wert einer Prognose liegt weniger in der Zahl als im Zeitpunkt: Wer die Lücke sechs Wochen vor Periodenende kennt, kann noch Termine nachlegen. Wer sie am Tag vor dem Ende kennt, kann nur erklären.
Im B2B mit erklärungsbedürftigen Produkten ist die Prognose schwierig, weil die Zyklen lang sind und wenige große Abschlüsse die Zahl bestimmen. Eine einzelne Verkaufschance verschiebt das Ergebnis spürbar, und eine Chance in der Wiedervorlage zählt erst wieder mit, wenn ein neuer Termin steht. Deshalb arbeiten die Methoden dieses Leitfadens mit Spannen, und deshalb gehört die Prognose in die wöchentliche Runde, die der Leitfaden zum Pipeline Review beschreibt. Die Grundlage bleibt eine geführte Pipeline, wie sie das Pipeline-Management aufbaut.
Welche drei Methoden tragen im B2B?
Im B2B tragen drei Methoden: die gewichtete Pipeline nach Stufenquote, die Prognose aus dem Verlauf früherer Perioden und die Einstufung jeder Chance durch den Verkäufer. Jede hat eine Stärke und einen blinden Fleck.
| Methode | Funktionsweise | Stärke | Blinder Fleck |
|---|---|---|---|
| Gewichtete Pipeline | Wert je Stufe mal Abschlussquote der Stufe | Zeigt die Lage nach Stufen und die Lücke | Ungeprüfte Quoten und alte Chancen verzerren sie |
| Verlauf | Abschlüsse früherer Perioden, bereinigt um Saison und Trend | Gleicht Schwankungen aus, braucht keine Einzelchance | Reagiert langsam auf Änderungen im Markt |
| Einstufung durch den Verkäufer | Jede Chance als sicher, wahrscheinlich oder möglich | Bringt Wissen, das in keinem System steht | Hängt von Optimismus und Anreizen ab |
Die Methoden ergänzen sich. Rechnen Sie die gewichtete Pipeline als Grundlinie und legen Sie den Verlauf darüber. Weicht die Einstufung der Verkäufer stark von beiden ab, besprechen Sie das im Review. Die Abweichung ist selten ein Fehler der Zahl, meist zeigt sie eine Chance, die jemand anders sieht als das System. Eine Einführung in Vertriebskennzahlen bietet das Glossar.
Als Daumenregel für die Einstufung gilt: Eine Chance gehört nur in „sicher“, wenn der Kunde die Zusage mündlich gegeben hat und ein Datum für die Unterschrift steht. Alles andere ist „wahrscheinlich“ oder „möglich“. Je enger die Regel, desto weniger blähen Wünsche die Prognose.
Wie rechnen Sie die gewichtete Pipeline?
Sie rechnen die gewichtete Pipeline, indem Sie den Wert aller Chancen einer Stufe mit der Abschlussquote der Stufe multiplizieren und die Ergebnisse addieren. Die Summe ist der erwartete Umsatz, der Rest zum Ziel ist die Lücke.
Das Beispiel nimmt vier Stufen: Termin, Angebot, Verhandlung und mündliche Zusage. Alle Werte und Quoten sind Annahmen dieses Beispiels, keine Marktwerte. Ersetzen Sie sie durch Ihre Messung aus den letzten vier Quartalen. Die Quote einer Stufe ist der Anteil der Chancen, die aus dieser Stufe abgeschlossen haben, nicht der Anteil, der in die nächste Stufe wechselt.
Rechenbeispiel
Beispielzahlen, frei gewählt, keine Messwerte
Gewichtete Pipeline: erwarteter Umsatz aus vier Stufen
- Annahme: Wert der Chancen in der Stufe Termin in Euro400.000 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Abschlussquote ab Stufe Termin10 %(Annahme dieses Beispiels, eigene Messung ersetzt sie)
- Annahme: Wert der Chancen in der Stufe Angebot in Euro350.000 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Abschlussquote ab Stufe Angebot25 %(Annahme dieses Beispiels, eigene Messung ersetzt sie)
- Annahme: Wert der Chancen in der Stufe Verhandlung in Euro150.000 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Abschlussquote ab Stufe Verhandlung60 %(Annahme dieses Beispiels, eigene Messung ersetzt sie)
- Annahme: Wert der Chancen mit mündlicher Zusage in Euro60.000 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Abschlussquote ab mündlicher Zusage90 %(Annahme dieses Beispiels, eigene Messung ersetzt sie)
- Annahme: Umsatzziel der Periode in Euro250.000 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Tatsächlich abgeschlossener Umsatz der Vorperiode in Euro190.000 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Prognose der Vorperiode in Euro230.000 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Erwartung aus Stufe Termin in Euro | 400.000 € × 10 % ÷ 100 | 40.000 € |
| Erwartung aus Stufe Angebot in Euro | 350.000 € × 25 % ÷ 100 | 87.500 € |
| Erwartung aus Stufe Verhandlung in Euro | 150.000 € × 60 % ÷ 100 | 90.000 € |
| Erwartung aus mündlicher Zusage in Euro | 60.000 € × 90 % ÷ 100 | 54.000 € |
| Gewichtete Pipeline gesamt in Euro | 400.000 € × 10 % ÷ 100 + 350.000 € × 25 % ÷ 100 + 150.000 € × 60 % ÷ 100 + 60.000 € × 90 % ÷ 100 | 271.500 € |
| Lücke zum Ziel in Euro | 250.000 € − (400.000 € × 10 % ÷ 100 + 350.000 € × 25 % ÷ 100 + 150.000 € × 60 % ÷ 100 + 60.000 € × 90 % ÷ 100) | -21.500 € |
| Abweichung der Vorperiode in Prozent der Prognose | (230.000 € − 190.000 €) ÷ 230.000 € × 100 | 17 % |
Die gewichtete Pipeline ergibt mit diesen Annahmen 271.500 € Euro. Zum Ziel fehlen -21.500 € Euro. Die Stufe Angebot trägt 87.500 € Euro, die Stufe Verhandlung 90.000 € Euro, die Stufe Termin nur 40.000 € Euro, obwohl sie einen hohen Wert hat. Die Lücke lässt sich auf zwei Wegen schließen: mehr Chancen in den hinteren Stufen oder mehr Termine vorn, die später in die Stufen rücken.
Die letzte Zeile der Rechnung zeigt die Abweichung der Vorperiode. Die Prognose lag über dem Ergebnis, die Differenz betrug 17 % Prozent. Eine solche Abweichung ist kein Unfall, sondern ein Hinweis: Entweder stimmen die Quoten nicht, oder alte Chancen blieben in der Rechnung. Prüfen Sie zuerst das Alter.
In einem Projekt für einen Hersteller von Prüftechnik lag die Prognose über vier Quartale im Schnitt bei zehn Prozent über dem Ergebnis. Die Analyse zeigte zwei Ursachen. Erstens blieben Chancen in der Stufe Angebot bis zu 150 Tage stehen. Zweitens setzte der Vertrieb eine Quote aus einer Branchenpublikation ein, statt die eigene zu messen. Nach der Bereinigung und mit der eigenen, deutlich niedrigeren Quote schrumpfte die Abweichung im nächsten Quartal auf etwa die Hälfte.
Wie messen Sie den Fehler der Prognose?
Sie messen den Fehler, indem Sie nach jeder Periode die Prognose vom Ergebnis abziehen und die Differenz in Prozent der Prognose notieren. Über mehrere Perioden sehen Sie, ob die Prognose systematisch zu hoch oder zu niedrig liegt.
Das genügt als Anfang. Zwei Auswertungen kommen dazu. Die erste zeigt die Richtung: Liegt die Abweichung über mehrere Perioden im selben Vorzeichen, ist ein Fehler im System, etwa zu hohe Quoten. Die zweite zeigt die Größe: Schwankt die Abweichung stark in beiden Richtungen, ist die Datenbasis zu dünn oder einzelne große Chancen dominieren.
Periode: [von bis] Prognose zu Beginn der Periode: [Betrag, Methode] Prognose sechs Wochen vor Ende: [Betrag] Tatsächlicher Abschluss: [Betrag] Abweichung in Prozent der Prognose zu Beginn: [Zahl] Abweichung sechs Wochen vor Ende: [Zahl] Größte Einzelabweichung: [Chance, Betrag, Ursache] Chancen, die entgegen der Einstufung ausfielen: [Zahl, Grund] Änderung der Quoten für die nächste Periode: [Stufe, alte Quote, neue Quote]
Die Ursache der Einzelabweichung mit dem höchsten Betrag ist die lehrreichste Zeile. Eine Chance, die der Verkäufer als sicher einstufte und die ausfiel, zeigt, welche Frage im Review fehlte. Tragen Sie sie in die Fragen ein, damit sie in der nächsten Periode auftaucht. Der Leitfaden zum Pipeline Review nennt die Fragen je Stufe.
Was leistet KI im Forecasting?
KI leistet im Forecasting zwei Dinge: Sie findet Muster in vielen Datenpunkten und sie prüft Ihre Annahmen auf Widersprüche. Bei wenigen Dutzend Abschlüssen im Jahr trägt ein Prognosemodell kaum, weil die Datenbasis fehlt.
Viele Anbieter werben mit Prognosen aus künstlicher Intelligenz. Prüfen Sie vor dem Kauf drei Dinge: Wie viele abgeschlossene Chancen braucht das Modell, bevor es besser ist als die gewichtete Pipeline? Zeigt es die Gründe seiner Zahl? Und kennt es Ihre Stufenregeln, oder arbeitet es mit Standardwerten? Ohne Antwort auf diese drei Fragen kaufen Sie eine Zahl, die Sie nicht erklären können, und das Review bleibt im Blindflug.
Nützlicher ist der Einsatz als Prüfer. Sie geben der KI Ihre Rechnung und lassen sie Widersprüche suchen: Quoten, die nicht zu den Perioden passen, Stufen, die zu viel Wert tragen, oder Chancen, deren Alter die Frist überschreitet. Geben Sie nur anonymisierte Zahlen ein, keine Namen von Personen und keine Firmennamen.
Du prüfst die Annahmen einer Umsatzprognose im Vertrieb. Unten stehen Zahlen je Stufe: Wert der Chancen, Zahl der Chancen, Abschlussquote der Stufe, durchschnittliches Alter in Tagen, übliche Zyklusdauer. Keine Namen von Personen oder Firmen. [Tabelle einfügen] Zusätzlich: Prognose und Ergebnis der letzten [Zahl] Perioden. [Werte einfügen] Aufgabe: 1. Nenne drei Widersprüche oder Auffälligkeiten in den Zahlen, mit der betroffenen Stufe. 2. Prüfe, ob die Abweichungen der letzten Perioden eine Richtung haben, und nenne zwei mögliche Ursachen. 3. Nenne zwei Fragen, die die Vertriebsleitung vor der nächsten Prognose klären sollte. 4. Nenne, welche Angabe fehlt, damit du eine sicherere Aussage treffen kannst. Erfinde keine Zahlen. Schreibe "unklar", wenn die Daten keine Aussage tragen. Rechne nichts neu, was ich nicht gefragt habe.
Prüfen Sie jede Aussage der KI an Ihren Zahlen, bevor Sie eine Quote ändern. Ein Sprachmodell rechnet gelegentlich falsch und erklärt das Ergebnis überzeugend. Die Prompt-Bibliothek enthält weitere Vorlagen für den Vertrieb.
Warum machen planbare Termine die Prognose belastbar?
Planbare Termine machen die Prognose belastbar, weil sie die erste Zeile der Rechnung festlegen. Wer weiß, wie viele bestätigte Termine pro Monat entstehen, kann jede Stufe danach mit eigenen Quoten rechnen.
Eine Prognose, die nur die offene Pipeline betrachtet, ignoriert den Zufluss. Neue Termine werden zu Chancen, und ein Teil davon schließt in derselben Periode. Bei kurzen Zyklen ist dieser Teil groß. Prognostizieren Sie deshalb den Zufluss getrennt: Zahl der Termine mal Terminquote zum Angebot mal Abschlussquote mal Wert. Die Terminquote ist im Glossar erklärt.
Der Zufluss schwankt, wenn der Außendienst selbst telefoniert, weil Besuche und Angebote die Anrufzeit verdrängen. Eine Telefonebene mit eigener Kapazität glättet das. KRAUSS ruft Entscheider an, prüft im Kaufcheck Interesse, Bedarf, Entscheider und Zeitpunkt und übergibt bestätigte Verkaufstermine in einer vorab besprochenen Menge. Wir bestätigen jeden Termin doppelt. Mit dieser Menge kennen Sie die erste Zeile Ihrer Prognose, und Abweichungen verlagern sich auf die Stufen danach, die Sie führen.
Das hat eine Grenze, und sie gehört zur Ehrlichkeit: Ein bestätigter Termin ist keine Zusage. Rechnen Sie ihn mit Ihrer eigenen Quote zum Angebot und zum Abschluss. Die Telefonakquise von KRAUSS beschreibt den Ablauf, die Methode zeigt, wie der Kaufcheck funktioniert. Das Testprojekt prüft an echten Terminen, was Ihre Zielgruppe hergibt. Den Umfang legen Sie im 15-Minuten-Gespräch fest.
- 01
Fremde Abschlussquoten in die gewichtete Pipeline einsetzen.
Folge: Ihre Zielgruppe verhält sich anders, und die Prognose liegt systematisch daneben.
Besser: Quoten aus den eigenen letzten vier Quartalen je Stufe messen und die Zahl der Fälle dazuschreiben.
- 02
Die Prognose nie gegen das Ergebnis halten.
Folge: Niemand weiß, wie gut sie ist, und Fehler wiederholen sich jedes Quartal.
Besser: Nach jeder Periode Prognose und Ergebnis vergleichen und die Abweichung notieren.
- 03
Alte Chancen in der Prognose lassen.
Folge: Die Pipeline wirkt dicker, als sie ist, und die Prognose liegt zu hoch.
Besser: Chancen über der Frist ihrer Stufe herausnehmen, bevor Sie rechnen.
- 04
Nur die offene Pipeline prognostizieren.
Folge: Neue Chancen, die in der Periode entstehen und abschließen, fehlen, und kurze Zyklen sind unterbewertet.
Besser: Den Zufluss an Terminen getrennt als zweite Zeile prognostizieren.
Wann trägt Sales Forecasting nicht?
Sales Forecasting trägt nicht bei sehr wenigen Abschlüssen, bei lückenhaften Daten und bei Umsatz aus laufenden Verträgen.
- Wenn Sie weniger als 20 abgeschlossene Chancen im Jahr haben, tragen Stufenquoten nicht, dort prognostizieren Sie jeden Kunden einzeln.
- Wenn Ihre Pipeline-Daten unvollständig sind, korrigieren Sie zuerst die Pflege, jede Rechnung baut sonst auf Sand.
- Wenn Ihr Umsatz aus Verträgen mit festen Laufzeiten besteht, prognostizieren Sie die Verlängerungen und nicht die Chancen.
Prüfen Sie, welcher Punkt zutrifft. Bei wenigen Abschlüssen prognostizieren Sie jeden Kunden einzeln und tragen Datum und Wahrscheinlichkeit ein. Bei lückenhaften Daten bauen Sie zuerst die Pflege auf. Bei Vertragsumsatz zählen die Verlängerungen mehr als die Chancen.
Ist Ihre Prognose belastbar?
Ihre Prognose ist belastbar, wenn Sie alle Punkte mit Ja beantworten. Fehlt einer, holen Sie ihn in dieser Periode nach.
- Rechnen Sie zwei Methoden parallel und untersuchen die Abweichung?
- Stammen Ihre Abschlussquoten aus den eigenen letzten vier Quartalen?
- Nennen Sie zu jeder Quote die Zahl der Fälle?
- Nehmen Sie Chancen über der Frist ihrer Stufe vor der Rechnung heraus?
- Prognostizieren Sie den Zufluss an Terminen als eigene Zeile?
- Vergleichen Sie nach jeder Periode Prognose und Ergebnis und notieren die Abweichung?
- Nennen Sie eine Spanne statt einer einzelnen Zahl?
- Besprechen Sie die Prognose wöchentlich im Pipeline Review?
Wenn Ihnen Termine am Anfang fehlen, liegt der Engpass vor der Prognose. Ihr Angebot für planbare Verkaufstermine stellen Sie im Angebotskonfigurator zusammen, und ein Gespräch mit Jesse Klotz dauert 15 Minuten.
Vom Wissen zum Termin
Was kostet das in Ihrem Markt?
Der Preis richtet sich nach Zielmarkt, Erreichbarkeit und Terminmenge. Wenn das Gespräch sitzt, führen wir es für Sie. Das Testprojekt prüft an echten Terminen, was Ihre Zielgruppe hergibt. Den Umfang legen Sie im 15-Minuten-Gespräch fest.









