Inhalt9 Abschnitte
- 01Sollen Sie im Erstgespräch den Preis nennen?
- 02Was antworten Sie auf die Frage nach dem Preis?
- 03Wie nennen Sie eine Spanne, ohne sich festzulegen?
- 04Wie reagieren Sie auf „zu teuer“?
- 05Was zeigt die Praxis zur Preisnennung?
- 06Wann nennen Sie im Erstgespräch keinen Preis?
- 07Wie halten Sie den Preis nach dem Gespräch schriftlich fest?
- 08Wie sprechen Sie über Rabatt und Konditionen?
- 09Wie üben Sie die Preisfrage im Team?
Sollen Sie im Erstgespräch den Preis nennen?
Sie sollten im Erstgespräch einen Preis nennen, wenn der Kunde danach fragt und Sie seinen Kaufbedarf kennen. Ohne Bedarf nennen Sie keine Zahl, sondern den Rahmen und eine Rückfrage. Wer schweigt, wirkt unehrlich, wer eine Zahl ohne Umfang nennt, setzt einen Anker, den er nicht mehr bewegt.
Die Entscheidung hängt von drei Dingen ab: Was verkaufen Sie, wann fragt der Kunde, und was wollen Sie in diesem Gespräch erreichen. Die Tabelle ordnet die häufigsten Lagen.
| Lage | Was Sie tun | Warum |
|---|---|---|
| Standardprodukt mit Preisliste | Preis sofort nennen | Zurückhaltung wirkt unglaubwürdig |
| Projektgeschäft, Kunde fragt in den ersten Minuten | Rahmen nennen, Rückfrage zum Bedarf stellen | Ohne Umfang ist jede Zahl falsch |
| Projektgeschäft, Bedarf geklärt | Spanne mit Treibern nennen | Der Kunde kann einordnen, was die Spanne bestimmt |
| Kunde nennt sein Budget zuerst | Budget wiederholen, Umfang dazu klären | Das Budget ist Ihre Leitplanke, kein Preis |
| Anruf dient nur der Terminvereinbarung | Keine Zahl, Verweis auf den Termin | Der Außendienst rechnet für den Fall des Kunden |
Die letzte Zeile gilt für Teams, die Termine telefonisch vereinbaren und den Verkauf dem Außendienst überlassen. Der Verkaufstermin ist der Ort für die Zahl, weil dort Umfang, Beteiligte und Zeitpunkt auf dem Tisch liegen. Im Telefonat würde jede Zahl geraten.
Fragt der Kunde nach dem Preis, ist das ein Kaufsignal und kein Angriff. Er prüft, ob das Thema in sein Budget passt. Die ehrliche Antwort beginnt mit dem, was Sie wissen: dem Rahmen, in dem Ihre Angebote liegen, und dem, was sie bestimmt.
Was antworten Sie auf die Frage nach dem Preis?
Auf die Frage nach dem Preis antworten Sie in drei Schritten: Sie erkennen die Frage an, nennen den Rahmen und fragen nach dem Bedarf. Die drei Antworten unten decken die häufigsten Situationen ab.
Das ist eine berechtigte Frage. Die meisten Projekte dieser Art liegen zwischen [unterer Wert] und [oberer Wert], je nach [Treiber 1] und [Treiber 2]. Damit ich Ihnen eine Zahl für Ihren Fall nennen kann: Was möchten Sie damit erreichen, und bis wann?
Eine Zahl für Ihren Fall kann ich Ihnen am Telefon nicht seriös nennen, sie hängt von [Treiber 1] und [Treiber 2] ab. Mein Kollege [Name] rechnet das mit Ihnen vor Ort durch. Passt Ihnen [Tag A] oder [Tag B]?
Danke, das hilft. Mit [Budget] ist [Umfang] möglich. Damit wir sicher sind, dass das reicht: Welche zwei Punkte sind Ihnen am wichtigsten, und was darf zur Not entfallen?
Die erste Antwort passt, wenn Sie selbst beraten und der Bedarf offen ist. Die zweite passt, wenn Sie Termine vereinbaren und der Außendienst den Preis rechnet. Die dritte schützt vor dem Fehler, ein Budget als Preis zu lesen. Ein Budget ist die Obergrenze des Kunden, nicht Ihr Angebot.
Wer den Kaufcheck macht, kennt Bedarf, Entscheider und Zeitpunkt, bevor die Preisfrage fällt. Erst dann ist die Spanne mehr als ein Raten.
Wie nennen Sie eine Spanne, ohne sich festzulegen?
Eine Spanne nennen Sie mit zwei Werten und zwei Treibern: unterer Wert, oberer Wert und die Gründe, warum Ihr Preis dazwischen liegt. Die Treiber geben dem Kunden die Möglichkeit, seinen Fall einzuordnen.
Drei Regeln helfen:
- Die Spanne ist ehrlich. Der untere Wert ist erreichbar, der obere kommt vor.
- Die Treiber sind sachlich, zum Beispiel Menge, Ausführung, Termin oder Servicegrad.
- Sie nennen die Spanne einmal und wiederholen sie nicht, bis der Kunde nachfragt.
Zur Spanne gehört die Frage nach dem Nutzen. Ein Preis ist nur so groß wie der Nutzen, den der Kunde dahinter sieht. Rechnen Sie ihn gemeinsam:
Rechenbeispiel
Beispielzahlen, frei gewählt, keine Messwerte
Preis gegen Nutzen: Wann zahlt sich ein Angebot für den Kunden aus
- Annahme: Preis Ihres Angebots für den Kunden12.000 €(frei gewählt, kein Marktwert, setzen Sie Ihren Preis ein)
- Annahme: Nutzen für den Kunden im Jahr (eingesparte Kosten oder zusätzlicher Deckungsbeitrag)18.000 €(frei gewählt, kein Marktwert, setzen Sie den Nutzen des Kunden ein)
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Monate bis sich der Preis für den Kunden ausgezahlt hat | 12.000 € ÷ (18.000 € ÷ 12) | 8,0 Monate |
| Nutzen im ersten Jahr abzüglich Preis | 18.000 € − 12.000 € | 6.000 € |
Im Beispiel zahlt sich ein Angebot von 12.000 Euro nach 8,0 Monate Monaten aus, wenn der Nutzen 18.000 Euro im Jahr beträgt. Im ersten Jahr bleiben 6.000 € Euro. Beide Zahlen sind frei gewählt. Setzen Sie die Werte Ihres Kunden ein. Fragen Sie im Gespräch nach dem Nutzen: „Was kostet Sie das Problem heute im Jahr?“ Die Antwort ist die Zahl, die Ihre Spanne trägt.
Wie reagieren Sie auf „zu teuer“?
Auf „zu teuer“ reagieren Sie mit der Frage „Im Vergleich zu was?“ Der Kunde nennt ein Angebot, ein Budget oder ein Bauchgefühl, und jede Antwort verlangt eine andere Reaktion.
| Was der Kunde meint | Woran Sie es erkennen | Reaktion |
|---|---|---|
| Ein Mitbewerber ist günstiger | Er nennt eine Zahl oder einen Namen | Nach dem Umfang des anderen Angebots fragen |
| Das Budget reicht nicht | Er nennt eine Obergrenze | Den Umfang auf das Budget zuschneiden |
| Der Nutzen ist unklar | Er fragt nach Details statt nach dem Preis | Zum Nutzen zurückkehren, mit seinen Zahlen rechnen |
| Er will verhandeln | Er sagt es beiläufig und wartet | Nicht senken, sondern Gegenleistung nennen |
Die Einwandbehandlung beginnt auch hier mit einer Rückfrage. Wer sofort den Preis senkt, bestätigt dem Kunden, dass die Zahl zu hoch war. Weitere Muster zeigt der Beitrag zur Einwandbehandlung bei „zu teuer“.
Wenn der Kunde Zeit zum Überlegen braucht, vereinbaren Sie den nächsten Kontakt mit Datum und setzen die Wiedervorlage. Eine Preisfrage ohne Folgetermin versandet.
Was zeigt die Praxis zur Preisnennung?
In der Praxis steigt die Zahl der Angebotswünsche, wenn der Bedarf vor dem Preis kommt. In einem Projekt für einen Hersteller von Industrieausrüstung nannten die Verkäufer den Preis in den ersten drei Minuten, sobald der Kunde fragte. Von 40 Erstgesprächen im Quartal endeten 6 mit einem Angebotswunsch. Nach der Umstellung auf Rahmen und Rückfrage zum Bedarf endeten 12 von 40 mit einem Angebotswunsch.
In einem Projekt für einen Anbieter von Software für die Gastronomie wich das Team der Preisfrage aus und sprach über Funktionen. Von 30 Gesprächen brachen 11 nach der Preisfrage ab, die Kunden legten ohne Termin auf. Nach der Einführung der Antwort mit Rahmen und Treibern brachen noch 4 von 30 Gesprächen ab, und 9 endeten mit einem Termin. Ausweichen kostete Gespräche, die Nennung eines Rahmens rettete sie.
Beide Beispiele hängen am Zeitpunkt der Preisfrage und an der Ehrlichkeit der Antwort. Die Rechnung zeigt den Unterschied bei 40 Erstgesprächen im Quartal:
Rechenbeispiel
Beispielzahlen, frei gewählt, keine Messwerte
Angebotsquote bei früher und bei später Preisnennung
- Annahme: Erstgespräche im Quartal40(frei gewählt, kein Marktwert)
- Annahme: Anteil der Gespräche mit Angebotswunsch, wenn der Preis in den ersten drei Minuten fällt15 %(frei gewählt, kein Marktwert)
- Annahme: Anteil der Gespräche mit Angebotswunsch, wenn zuerst der Bedarf geklärt wird30 %(frei gewählt, kein Marktwert)
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Angebotswünsche bei früher Preisnennung | 40 × 15 % ÷ 100 | 6,0 |
| Angebotswünsche bei später Preisnennung | 40 × 30 % ÷ 100 | 12,0 |
| Zusätzliche Angebotswünsche im Quartal | 40 × (30 % − 15 %) ÷ 100 | 6,0 |
Im Beispiel entstehen bei früher Preisnennung 6,0 Angebotswünsche, bei später 12,0. Das sind 6,0 Angebotswünsche mehr im Quartal. Die Zahlen sind frei gewählt und zeigen den Rechenweg. Zählen Sie bei sich zwei Quartale getrennt nach dem Zeitpunkt der Preisnennung.
Wann nennen Sie im Erstgespräch keinen Preis?
Sie nennen keinen Preis, wenn Bedarf, Umfang und Entscheider ungeklärt sind oder wenn der Anruf nur den Termin vereinbart.
- Wenn Sie ein Standardprodukt mit öffentlicher Preisliste verkaufen, nennen Sie den Preis sofort, denn Zurückhaltung wirkt dort unglaubwürdig.
- Wenn der Preis für den Kunden das Ausschlusskriterium ist, sagen Sie die Spanne früh, damit beide Seiten keine Zeit verlieren.
- Wenn Sie nur einen Termin vereinbaren und nicht verkaufen, gehört der Preis nicht in den Anruf, sondern in den Termin mit dem Außendienst.
Der Verzicht hat eine Grenze: Wer auf die dritte Nachfrage immer noch keinen Rahmen nennt, verliert das Vertrauen. Auch dann gilt die Regel: lieber eine ehrliche Spanne als ein Ausweichen. Der Kunde erwartet keine Zahl auf den Euro, er erwartet eine Größenordnung, mit der er entscheiden kann, ob das Gespräch lohnt.
- 01
Eine einzelne Zahl nennen, bevor der Umfang klar ist.
Folge: Der Kunde merkt sich die Zahl und misst jedes spätere Angebot an ihr.
Besser: Eine Spanne mit den Treibern nennen, die sie bestimmen.
- 02
Der Preisfrage ausweichen und das Thema wechseln.
Folge: Der Kunde hält Sie für unehrlich und beendet das Gespräch.
Besser: Die Frage anerkennen, eine Spanne oder den Rahmen nennen und dann nach dem Bedarf fragen.
- 03
Im Erstgespräch einen Rabatt anbieten.
Folge: Der Kunde erwartet den Rabatt in jedem weiteren Gespräch und verhandelt den Preis, bevor er den Nutzen kennt.
Besser: Über den Nutzen sprechen und Konditionen erst im Angebot nennen.
Wie halten Sie den Preis nach dem Gespräch schriftlich fest?
Nach dem Gespräch halten Sie die Spanne in einer kurzen Mail fest, mit den Treibern und dem Termin für das konkrete Angebot. Die Mail verhindert, dass der Kunde eine Zahl aus dem Gedächtnis zitiert, die nicht stimmt.
Guten Tag [Name], danke für das Gespräch. Wie besprochen liegen Projekte wie Ihres zwischen [unterer Wert] und [oberer Wert]. Entscheidend sind [Treiber 1] und [Treiber 2]. Für eine verbindliche Zahl brauche ich noch [fehlende Angabe]. Passt Ihnen [Tag A] oder [Tag B] für ein kurzes Gespräch dazu?
Die Mail nennt, was zur Zahl fehlt. Das gibt dem Kunden einen nächsten Schritt und Ihnen einen Grund, am Telefon nachzufassen. Wer nur die Spanne schickt, bekommt keine Antwort. Wer die Spanne mit einer offenen Angabe verbindet, bekommt die Angabe.
Beachten Sie die Wortwahl. Eine Spanne ist kein Angebot, und die Mail sagt das. Sie schreiben „liegen zwischen“, nicht „kosten“, und Sie nennen die Treiber, damit der Kunde sieht, warum es keine feste Zahl gibt. Das Angebot folgt, wenn Umfang, Beteiligte und Zeitpunkt feststehen. Die Checkliste zum Nachfassen zeigt, wie es danach weitergeht.
Wie sprechen Sie über Rabatt und Konditionen?
Über Rabatt und Konditionen sprechen Sie erst im Angebot. Im Erstgespräch kennen Sie weder Umfang noch Entscheidungsweg, und ein Nachlass vor dem Nutzen schadet beiden Seiten.
Wenn der Kunde im Erstgespräch nach Rabatt fragt, antworten Sie mit einer Gegenleistung: „Bei größerer Menge oder längerer Laufzeit gibt es Spielraum. Welche Menge haben Sie im Blick?“ Die Rückfrage verschiebt das Thema vom Preis auf den Umfang und zeigt, dass Sie verhandeln können, ohne zu senken.
Halten Sie die Regeln im Team fest, damit nicht jeder anders antwortet:
- Wir nennen im Erstgespräch keinen Rabatt.
- Wir nennen eine Spanne mit zwei Treibern, nie eine einzelne Zahl ohne Umfang.
- Wir fragen nach dem Budget, bevor wir eine Zahl nennen, wenn der Kunde danach fragt.
- Wir fragen nach dem Nutzen und rechnen ihn mit den Zahlen des Kunden.
- Wir setzen nach der Preisfrage einen Folgetermin mit Datum.
- Wir tragen jede Preisfrage mit Zeitpunkt und Ergebnis im Verlauf ein.
Wie üben Sie die Preisfrage im Team?
Sie üben die Preisfrage im Rollenspiel mit den drei Antworten, bis jede nach Ihnen klingt. Ein Rollenspiel von zehn Minuten je Verkäufer reicht für den Anfang, danach zählen Sie im Alltag.
Eine Person stellt die Preisfrage in drei Varianten: sofort, nach dem Bedarf und mit Budget. Die andere antwortet mit dem passenden Baustein. Nach dem Durchgang tauschen Sie die Rollen und besprechen, welcher Satz geholfen hat. Die Formulierungen auf dem Einwand-Spickzettel helfen beim Training, und im Gesprächs-Simulator üben Sie den Ablauf ohne Formular.
Wenn Sie das Team in Preisgesprächen trainieren möchten, finden Sie das Angebot im Vertriebstraining von KRAUSS. Wenn Sie die Termine nicht selbst vereinbaren möchten, übernimmt das die Telefonakquise von KRAUSS, und die Methode zeigt den Weg bis zum bestätigten Termin. Ihr Angebot stellen Sie im Angebotskonfigurator zusammen. Das Testprojekt prüft an echten Terminen, was Ihre Zielgruppe hergibt. Den Umfang legen Sie im 15-Minuten-Gespräch fest. Ein Gespräch mit Jesse Klotz dauert 15 Minuten.
Vom Wissen zum Termin
Was kostet das in Ihrem Markt?
Der Preis richtet sich nach Zielmarkt, Erreichbarkeit und Terminmenge. Wenn das Gespräch sitzt, führen wir es für Sie. Das Testprojekt prüft an echten Terminen, was Ihre Zielgruppe hergibt. Den Umfang legen Sie im 15-Minuten-Gespräch fest.








