Inhalt10 Abschnitte
- 01Warum beginnen Sie beim Wareneinsatz?
- 02Was sagen Sie in den ersten Sätzen?
- 03Wie kommen Sie an Rezeption und Direktionsbüro vorbei?
- 04Welche Fragen stellen Sie zu Restaurant, Frühstück und Bankett?
- 05Wie reagieren Sie auf „Wir sind an Rahmenverträge gebunden“?
- 06Welche Posten liegen oft außerhalb des Rahmenvertrags?
- 07Wie viel Wareneinsatz liegt außerhalb des Rahmenvertrags?
- 08Wie schlagen Sie den Termin mit Küchenchef und F&B-Manager vor?
- 09Wann passt der Anruf beim F&B-Manager nicht?
- 10Wie üben Sie das Gespräch vor dem ersten Anruf?
Warum beginnen Sie beim Wareneinsatz?
Sie beginnen beim Wareneinsatz, weil der F&B-Manager daran gemessen wird. Er führt Restaurant, Frühstück, Bar und Bankett eines Hotels, und sein Ergebnis hängt an der Quote zwischen dem, was die Küche einkauft, und dem, was der Gast zahlt.
Für Ihren Anruf heißt das: Sprechen Sie über einen Posten, nicht über ein Produkt. „Frühstücksbuffet“, „Bankettgetränke“ oder „Mise en place für das Abendmenü“ sind Posten. Der F&B-Manager denkt in ihnen, und er hört sofort, ob Ihr Anruf einen davon berührt. Ein Produktname dagegen klingt wie ein Katalog.
Der F&B-Manager ist in vielen Häusern der Entscheider für Ware und Abläufe in der Gastronomie des Hotels. Er entscheidet aber selten allein. Der Küchenchef prüft, ob das Produkt in die Küche passt, die Direktion gibt das Budget frei, und in Gruppen gilt oft ein Rahmenvertrag. Wie viel Spielraum der F&B-Manager hat, ist deshalb Ihre erste Frage im Gespräch, nicht Ihre letzte.
Was sagen Sie in den ersten Sätzen?
In den ersten Sätzen nennen Sie den Posten, den Ihr Produkt betrifft, und den Anlass, der Sie auf dieses Hotel bringt. Der Anlass zeigt, dass Sie das Haus kennen, und der Posten zeigt, dass Sie die Rolle kennen.
Anlässe aus dem Hotel finden Sie auf der Website und in den Nachrichten der Branche: ein neues Restaurantkonzept, ein Umbau der Küche, eine neue Bankettfläche, ein Wechsel an der Spitze der Küche oder die Eröffnung eines Hauses derselben Gruppe. Notieren Sie den Anlass vor dem Anruf.
Guten Tag [Name], hier ist [Ihr Name] von [Firma]. Ich rufe an, weil [Anlass: neues Restaurantkonzept, Umbau, Bankettsaison]. Wir liefern [Posten, zum Beispiel Frühstücksware, Bankettgetränke, Reinigung der Küche] für Häuser Ihrer Größe. Haben Sie zwei Minuten, oder passt es gerade schlecht?
Die Rückfrage am Ende gehört dazu. Ein F&B-Manager ist zwischen Warenannahme, Briefing der Küche und Gästebeschwerde unterwegs und sagt ehrlich, wenn der Moment schlecht ist. Mit dem Satz bekommen Sie ein Zeitfenster und einen Rückruf, bei dem er weiß, wer Sie sind.
Vermeiden Sie das Wort „Rahmenvertrag“ im Einstieg. Es kommt von ihm, und Sie reagieren darauf. Wer es zuerst ausspricht, öffnet eine Tür, die zu bleiben soll.
Wie kommen Sie an Rezeption und Direktionsbüro vorbei?
An der Rezeption nennen Sie den Namen des F&B-Managers, den Anlass in einem Halbsatz und fragen nach der Zeit, zu der er im Büro ist. Die Rezeption stellt in Hotels oft durch, wenn der Anlass klar ist, und verweist sonst auf das Sekretariat der Direktion.
Rufen Sie nicht zur Check-in-Spitze am späten Nachmittag oder zum Frühstücksservice an. Vormittags nach der Warenannahme sitzt der F&B-Manager häufig im Büro, das ist eine Einschätzung aus der Praxis. Fragen Sie am Empfang nach der Rückrufzeit, und der Empfang nennt sie meistens ohne Umweg.
Guten Tag, hier ist [Ihr Name] von [Firma]. Ich möchte Frau oder Herrn [Name] sprechen, den F&B-Manager. Es geht um [Anlass in einem Halbsatz]. Wann ist [er oder sie] im Büro erreichbar?
Kennen Sie den Namen nicht, fragen Sie nach der Rolle: „Wer verantwortet bei Ihnen Restaurant und Bankett?“ In kleineren Häusern führt der Küchenchef zugleich die F&B-Aufgaben, und die Rezeption nennt Ihnen dann ihn. Das gleiche Muster gilt: Anlass, Rolle, Zeit.
Welche Fragen stellen Sie zu Restaurant, Frühstück und Bankett?
Zum Bedarf fragen Sie, wie das Haus heute einkauft und wo es hakt, getrennt nach Restaurant, Frühstück und Bankett. Jeder Bereich hat andere Mengen, andere Lieferzeiten und andere Ansprüche, und der F&B-Manager weiß sofort, wo es drückt.
| Frage | Was sie klärt |
|---|---|
| „Welcher Anteil Ihres Einkaufs läuft über den Rahmenvertrag, welcher frei?“ | Wie viel Spielraum der F&B-Manager hat |
| „Wo klemmt es heute am meisten: Restaurant, Frühstück oder Bankett?“ | Den Posten mit dem Leidensdruck |
| „Wer probiert oder testet bei Ihnen neue Produkte?“ | Den Kreis der Beteiligten, meist den Küchenchef |
| „Wann planen Sie die nächste Saison oder die nächste Karte?“ | Den Zeitpunkt der Entscheidung |
Die erste Frage ist die wichtigste. Sie klärt, ob der F&B-Manager überhaupt entscheiden darf, und sie wirkt nicht wie ein Angriff auf den Rahmenvertrag. Die Antwort ist oft eine Zahl in Prozent, und die Zahl sagt Ihnen, wie lohnend das Gespräch ist. Liegt sie bei fast null, bleibt es bei einem höflichen Austausch und einer Wiedervorlage zum Vertragsende.
Hören Sie bei der zweiten Frage auf Anlässe. „Das Frühstück läuft gut, aber das Bankett macht Arbeit“ ist ein Satz, der Ihnen den Posten für den Termin liefert. Die Antwort auf die dritte Frage entscheidet, wen Sie zum Termin einladen.
Wie reagieren Sie auf „Wir sind an Rahmenverträge gebunden“?
Auf „Wir sind an Rahmenverträge gebunden“ reagieren Sie mit der Frage, welche Produkte außerhalb des Rahmenvertrags laufen. Der Einwand sagt meist nur, dass der Hauptteil des Einkaufs fest vergeben ist, nicht, dass nichts frei ist.
Das kann ich nachvollziehen, solche Verträge geben Ihnen Planungssicherheit. Welche Produkte aus [Posten, den Ihr Produkt betrifft] laufen bei Ihnen außerhalb des Rahmenvertrags, zum Beispiel für Bankett, Aktionen oder regionale Ware?
Welche Posten liegen oft außerhalb des Rahmenvertrags?
In fast jedem Hotel liegen bestimmte Posten außerhalb: Frische und Saisonware, regionale Spezialitäten, Aktionsartikel für Bankette, Zubehör und Dienstleistungen. Das ist eine Einschätzung aus der Praxis. Die Frage zeigt, dass Sie den Vertrag respektieren, und sie holt den freien Teil auf den Tisch.
In einem Projekt für einen Lieferanten von Spezialitäten für Hotels hörten die Anrufer den Rahmenvertrag in 14 von 40 Gesprächen mit F&B-Managern. Zuerst antworteten sie mit dem Preisvorteil, und 14 von 14 Gesprächen endeten ohne Termin. Nach der Umstellung auf die Frage nach den Posten außerhalb des Vertrags nannten 9 von 14 F&B-Managern einen solchen Posten, und 4 nahmen eine Verkostung an.
| Einwand | Was oft dahintersteckt | Rückfrage |
|---|---|---|
| „Wir sind an Rahmenverträge gebunden“ | Der Hauptteil ist fest, der Rest ist offen | „Welche Produkte laufen außerhalb des Rahmenvertrags?“ |
| „Das entscheidet die Gruppe“ | Die Zentrale bündelt, aber das Haus hat Spielraum | „Wo darf das Haus selbst bestellen, und wer in der Gruppe bewertet neue Lieferanten?“ |
| „Wir haben gerade die Karte geändert“ | Der Zeitpunkt passt nicht | „Wann planen Sie die nächste Saisonkarte?“ |
| „Schicken Sie mir Unterlagen“ | Er will das Gespräch beenden | „Gern. Welcher Posten interessiert Sie, damit ich nur das Passende schicke?“ |
Ein Einwand bleibt ein Einwand, bis Sie ihn zweimal hören. Sagt der F&B-Manager zum zweiten Mal, dass nichts frei ist, notieren Sie das Datum des Vertragsendes und setzen eine Wiedervorlage. Das ist ein ehrliches Ergebnis. Weitere Muster stehen im Einwand-Spickzettel.
- 01
Mit dem Preis pro Kilo oder Karton beginnen.
Folge: Der F&B-Manager vergleicht mit dem Rahmenvertrag, den er kennt, und beendet das Gespräch beim ersten Unterschied.
Besser: Zuerst den Posten nennen, den das Produkt betrifft, und nach dem Anteil außerhalb des Rahmenvertrags fragen.
- 02
Den Rahmenvertrag angreifen.
Folge: Der F&B-Manager hat ihn nicht gewählt und verteidigt ihn trotzdem, denn er trägt ihn gegenüber der Gruppe.
Besser: Den Vertrag als gegeben nehmen und nach dem fragen, was außerhalb des Vertrags läuft.
- 03
Allein den F&B-Manager einladen, wenn der Küchenchef das Produkt prüft.
Folge: Der Termin endet mit dem Satz „Das muss der Küchenchef probieren“ und einem zweiten Termin.
Besser: Im Gespräch klären, wer probiert, und beide Namen im Termin festhalten.
Wie viel Wareneinsatz liegt außerhalb des Rahmenvertrags?
Wie viel Wareneinsatz außerhalb des Rahmenvertrags liegt, hängt vom Haus ab, also rechnen Sie mit Annahmen und lassen sich die echten Zahlen im Gespräch nennen. Die Rechnung unten zeigt, wie ein Hotel mit 2,4 Millionen Euro Food-und-Beverage-Umsatz auf den freien Teil seines Einkaufs kommt.
Rechenbeispiel
Beispielzahlen, frei gewählt, keine Messwerte
Wareneinsatz außerhalb des Rahmenvertrags in einem Hotel mit Restaurant und Bankett
- Annahme: Jahresumsatz Food und Beverage des Hotels in Euro2.400.000 €(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Wareneinsatzquote30 %(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Anteil des Wareneinsatzes außerhalb des Rahmenvertrags15 %(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
- Annahme: Einsparung bei einem besser passenden Produkt6 %(Annahme dieses Beispiels, kein Marktwert)
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Wareneinsatz im Jahr | 2.400.000 € × 30 % ÷ 100 | 720.000 € |
| Wareneinsatz außerhalb des Rahmenvertrags | 2.400.000 € × 30 % ÷ 100 × 15 % ÷ 100 | 108.000 € |
| Mögliche Einsparung im Jahr | 2.400.000 € × 30 % ÷ 100 × 15 % ÷ 100 × 6 % ÷ 100 | 6.480 € |
Die Rechnung ist ein Werkzeug für Ihren Anruf, nicht für die Präsentation. Rechnen Sie sie vorher mit den Zahlen, die Sie zum Hotel kennen: Zimmerzahl, Restaurants, Bankettgröße. Nennen Sie im Gespräch keine Summe, die Sie nicht belegen können. Fragen Sie stattdessen: „Wie hoch ist der Anteil Ihres Wareneinsatzes außerhalb des Vertrags, grob geschätzt?“ Die Antwort ist die Zahl, mit der Sie weiterrechnen.
Wie schlagen Sie den Termin mit Küchenchef und F&B-Manager vor?
Den Termin schlagen Sie als Verkostung oder Webcall mit beiden vor und nennen zwei Zeitfenster. Der F&B-Manager entscheidet über Budget und Abläufe, der Küchenchef prüft die Ware. Beide in einem Termin sparen einen zweiten.
Dann schlage ich vor, dass [Name des Außendienstlers] [Muster oder Vorführung] zu Ihnen bringt und Sie gemeinsam mit [Name des Küchenchefs] einen Blick darauf werfen. Passt Ihnen [Tag A, Uhrzeit] oder [Tag B, Uhrzeit] besser? [Antwort abwarten] Ich halte [Tag, Uhrzeit] fest und bestätige Ihnen das schriftlich.
Das ist eine Alternativfrage. Klären Sie im Gespräch, ob der Termin im Haus oder per Webcall stattfindet. Technik und Textil zeigt Ihr Außendienst gern live, Ware verkostet der Küchenchef im Haus. Planen Sie die Uhrzeit nach dem Tagesablauf: Vormittags nach der Warenannahme oder am frühen Nachmittag zwischen Mittagsservice und Abendvorbereitung.
KRAUSS bestätigt Termine doppelt, beim Gesprächspartner und beim Auftraggeber (KRAUSS GmbH, Stand 10/2026). Wer allein anruft, schickt die Bestätigung am selben Tag und erinnert am Vortag. Ein Hotel plant kurzfristig um, und eine kurze Nachricht rettet den Termin.
Wann passt der Anruf beim F&B-Manager nicht?
Der Anruf beim F&B-Manager passt nicht, wenn die Gruppe das Sortiment vollständig vorgibt oder wenn Ihr Produkt keinen Posten der Gastronomie berührt. Dann spricht der F&B-Manager mit Ihnen, aber er kann nichts zusagen.
- Wenn die Gruppe das Sortiment des Hotels vollständig vorgibt, entscheidet nicht der F&B-Manager, sondern die Einkaufsleitung der Gruppe.
- Wenn Ihr Produkt keinen Posten im Wareneinsatz oder in den Arbeitsabläufen der Küche berührt, fehlt dem Gespräch der Anlass.
- Wenn Sie keine Muster, Verkostung oder Vorführung anbieten, bleibt der Termin ohne greifbaren Inhalt.
In Hotelgruppen mit zentralem Einkauf ist der Weg ein anderer: Dort gewinnen Sie die Einkaufsleitung der Gruppe, und der F&B-Manager des Hauses wird Fürsprecher. Das ist ein längerer Weg mit mehr Beteiligten, den die Telefonakquise von KRAUSS im Briefing klärt: Entscheidet das Haus, die Gruppe oder die Einkaufsgesellschaft?
Wie üben Sie das Gespräch vor dem ersten Anruf?
Sie üben mit drei Probeanrufen bei Kontakten, die nicht zu Ihrer Kernzielgruppe gehören, und mit dem Gesprächs-Simulator. Danach prüfen Sie diese Punkte:
- Habe ich einen Posten genannt, nicht nur ein Produkt?
- Habe ich den Anlass aus dem Haus im ersten Satz gesagt?
- Habe ich nach dem freien Anteil außerhalb des Rahmenvertrags gefragt?
- Weiß ich, wer das Produkt prüft und wer das Budget freigibt?
- Steht am Ende ein Termin mit Küchenchef und F&B-Manager oder eine Wiedervorlage mit Datum?
Mit dem Gesprächs-Simulator spielen Sie ein Gespräch in Ihrer Branche durch, ohne Formular. Das Grundmuster steht im Gesprächsleitfaden für die Kaltakquise im B2B.
Wenn Sie die Anrufe nicht selbst führen möchten, übernimmt das KRAUSS. Die Methode zeigt, wie aus einem Anruf ein bestätigter Termin wird, und die Preise stehen auf der Seite Preise. Ein Gespräch mit Jesse Klotz dauert 15 Minuten.
Vom Wissen zum Termin
Was kostet ein Termin bei Ihrem Budget?
Der Terminpreis-Rechner zeigt es mit Ihren Zahlen, ohne Formular. Wenn das Gespräch sitzt, führen wir es für Sie. Der Einstieg ist das Testprojekt: Testprojekt nur nach Aufwand, 0 € Setup.








