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FachbegriffPipeline und Kennzahlen

ROAS: Werbeertrag und warum B2B ihn täuscht

Auch: Return on Ad Spend, Werbeertrag, Anzeigenrendite

Jesse KlotzGeschäftsführer Performance Marketing
Veröffentlicht und aktualisiert

Definition

ROAS, der Return on Ad Spend, ist der Umsatz, den eine Anzeige je eingesetztem Werbeeuro bringt. Sie rechnen ihn als Umsatz aus Anzeigen geteilt durch die Werbekosten. Im B2B mit langem Verkaufszyklus kommt der Umsatz oft Monate nach dem Klick, deshalb zeigt der ROAS den Erfolg zu spät. Die Kosten je Verkaufstermin liefern früher ein belastbares Bild.

Stand Quellen

Auf einen Blick

Gruppe
Pipeline und KennzahlenQuelle: KRAUSS GmbH, Stand 10/2026
Formel
Umsatz aus Anzeigen ÷ WerbekostenQuelle: KRAUSS GmbH, Stand 10/2026

Was sagt der ROAS über eine Anzeige?

Der ROAS setzt den Umsatz aus Anzeigen ins Verhältnis zu dem, was die Anzeigen gekostet haben. Ein Wert von 3 heißt: Jeder Euro Werbung hat drei Euro Umsatz gebracht, im Rechenmodell des Zeitraums.

Im Handel mit Warenkörben funktioniert das gut, weil Umsatz und Klick eng beieinander liegen. Im B2B verschiebt sich der Umsatz oft um Monate, und dort beginnt das Problem.

Wie rechnen Sie den ROAS mit verspätetem Umsatz?

Sie teilen den Umsatz, den die Kampagne bisher erzeugt hat, durch die Werbekosten des Zeitraums. Entscheidend ist, wie viel Umsatz bis zum Stichtag schon verbucht ist.

Formel

ROAS = Umsatz aus Anzeigen ÷ Werbekosten

Variablen der Formel
SymbolBedeutungEinheit
Umsatz aus AnzeigenUmsatz, der einer Anzeige im gewählten Zeitraum zugeordnet wirdEuro
WerbekostenAusgaben für die Anzeige im selben ZeitraumEuro
ROASFaktor: Euro Umsatz je Euro WerbungAnzahl

Rechenbeispiel

Beispielzahlen, frei gewählt, keine Messwerte

Derselbe Monat, zwei Zeitpunkte

  • Annahme: Werbekosten über drei Monate30.000 €(frei gewählt, keine Messwerte)
  • Annahme: Umsatz aus der Kampagne nach zwei Monaten15.000 €(frei gewählt, keine Messwerte)
  • Annahme: Umsatz aus der Kampagne nach zwölf Monaten90.000 €(frei gewählt, keine Messwerte)
  • Annahme: Verkaufstermine aus der Kampagne20 Termine(frei gewählt, keine Messwerte)
Derselbe Monat, zwei Zeitpunkte
SchrittRechnungErgebnis
ROAS nach zwei Monaten15.000 € ÷ 30.000 €0,50
ROAS nach zwölf Monaten90.000 € ÷ 30.000 €3,00
Kosten je Verkaufstermin30.000 € ÷ 201.500 €

Im Beispiel liegt der ROAS nach zwei Monaten bei 0,5, nach zwölf Monaten bei 3,0. Dieselbe Kampagne sieht also nach dem zweiten Monat schwach aus. Die Kosten je Verkaufstermin liegen bei 1.500 Euro, und diese Größe steht schon nach dem ersten Termin fest. Die Zahlen sind frei gewählt und keine Messwerte.

Warum ist die Kosten-je-Termin-Rechnung im B2B früher belastbar?

Ein Verkaufstermin ist ein Ereignis, das im Kalender steht, lange bevor ein Auftrag feststeht. Deshalb zählt die Kampagne schon mit dem Termin und nicht erst mit der Rechnung. Den Weg dorthin beschreibt der Eintrag zu den Kosten je Verkaufstermin.

Der Termin ist kein Auftrag. Erst der bestandene Kaufcheck macht ihn zu einem Verkaufstermin, und nur dann rechnet die Kampagne mit.

Wer nur den ROAS betrachtet, übersieht die Kosten, die vor dem Umsatz anfallen. Die Anzeige kostet schon im ersten Monat, der Umsatz kommt im Beispiel erst über mehrere Monate. Beide Größen zusammen zeigen, ob sich dieser Vorlauf lohnt.

Welche Fehler machen den ROAS im B2B unbrauchbar?

Drei Zuordnungsfehler kommen in B2B-Konten besonders oft vor. Sie betreffen das Fenster, die Quelle und die Art des Umsatzes.

  1. 01

    Den ROAS nach wenigen Wochen beurteilen.

    Folge: Die Kampagne wirkt schwach, obwohl der Umsatz erst später kommt.

    Besser: Ein Fenster passend zur Dauer des Verkaufs festlegen und dann bewerten.

  2. 02

    Jeden Auftrag im Konto der Anzeige zuordnen.

    Folge: Ein Auftrag aus einer Empfehlung erscheint als Anzeigenerfolg.

    Besser: Die Quelle je Termin im CRM erfassen und nur dann zuordnen, wenn sie belegt ist.

  3. 03

    Einmalumsatz und Folgeumsatz gleich gewichten.

    Folge: Der ROAS steigt mit einem großen Erstauftrag, der nicht wiederkommt.

    Besser: Den Umsatz getrennt nach Erst- und Folgeauftrag ausweisen.

Wer den ROAS trotzdem nutzt, legt die Regeln vorher fest und ändert sie nicht nach dem Ergebnis.

Weiterführend

So geht es weiter.

Nächster Schritt: Werkzeuge für Ihren Vertrieb ausprobieren

Belege und Vorgehen: Fakten und Zahlen und die KRAUSS-Methode.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen kurz beantwortet.

01Wann lohnt sich der ROAS im B2B trotzdem?

Er lohnt, wenn der Umsatz je Kunde schnell und wiederkehrend anfällt und die Zuordnung sauber ist. Ein Verkauf mit wenigen Tagen zwischen Klick und Kauf erfüllt diese Bedingungen eher als ein Anlagenverkauf mit monatelanger Vorprüfung. Bei langen Verkaufszyklen ergänzen Sie den ROAS um die Kosten je Termin und um den Verlauf der Pipeline.
Prompt ansehen und anpassen

Der Prompt geht an den Anbieter, den Sie wählen. Antworten einer KI können Fehler enthalten: Prüfen Sie Zahlen auf der Fakten-Seite.

Belege

Woher die Angaben stammen.

  1. 01

    KRAUSS GmbH: Glossar der Neukundengewinnung (krauss-gmbh.com)

    Stand Oktober 2026abgerufen am KRAUSS-Angabe

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