Zum Inhalt springen

RechtRecht und Datenschutz

Berechtigtes Interesse: Abwägung nach Art. 6 DSGVO

Jesse KlotzGeschäftsführer Performance Marketing
Veröffentlicht und aktualisiert

Definition

Das berechtigte Interesse ist eine Rechtsgrundlage der DSGVO nach Art. 6 Abs. 1 Buchst. f. Sie dürfen Daten verarbeiten, wenn die Verarbeitung für Ihr Interesse erforderlich ist und die Interessen der betroffenen Person nicht überwiegen. Im Vertrieb prüfen Sie dafür drei Fragen: Zweck, Erforderlichkeit und Abwägung. Stand 10.10.2026, keine Rechtsberatung.

Stand Quellen

Auf einen Blick

Gruppe
Recht und DatenschutzQuelle: KRAUSS GmbH, Stand 10/2026
Art
RechtsbegriffQuelle: KRAUSS GmbH, Stand 10/2026

Welche Bedingungen nennt Art. 6 Abs. 1 Buchstabe f?

Die Verarbeitung ist zulässig, wenn sie zur Wahrung berechtigter Interessen erforderlich ist, sofern nicht die Interessen der betroffenen Person überwiegen. Der Wortlaut verlangt also ein berechtigtes Interesse, eine Erforderlichkeit und eine Abwägung (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016).

Die drei Prüffragen im Vertrieb folgen genau diesen Teilen. Sie beantworten sie für jede Liste einzeln.

Wie führen Sie die drei Prüffragen durch?

Sie gehen die drei Prüffragen für jede Liste nacheinander durch. Die Tabelle zeigt, was Sie je Frage festhalten.

Prüffragen zum berechtigten Interesse im Vertrieb, Stand 10/2026
PrüffrageWas Sie festhaltenBeispiel aus der Akquise
ZweckWelches konkrete Interesse verfolgen Sie?Ein Gespräch mit der Einkaufsleitung über ein bestimmtes Produkt
ErforderlichkeitGibt es ein Mittel, das den Zweck mit weniger Daten erreicht?Firmenname und Rolle genügen, eine private Anschrift braucht es nicht
AbwägungWomit rechnet die angesprochene Person bei dieser Rolle?Eine Einkaufsleitung rechnet mit Beschaffungsthemen, nicht mit privaten Angeboten
Quelle: Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016).

Wenn die Abwägung nicht zu Ihren Gunsten ausfällt, verwerfen Sie die Liste oder die betroffene Zeile. Ein Hinweis auf den Zweck allein trägt die Abwägung nicht.

Was gilt beim Widerspruch gegen Direktwerbung?

Widerspricht die Person der Direktwerbung, verarbeiten Sie ihre Daten für diesen Zweck nicht mehr (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016). Den Hinweis auf dieses Recht geben Sie spätestens bei der ersten Kommunikation, und zwar ausdrücklich (Amtsblatt der Europäischen Union, Stand 04/2016).

Das gilt auch dann, wenn Ihr Team die Abwägung positiv abgeschlossen hat. Die Sperre gehört in das CRM und in jede Liste, die Sie künftig nutzen.

Wo endet die Abwägung im Telefonvertrieb?

Die Aufsichtsbehörden sehen im B2B bei Werbeanrufen nicht von vornherein überwiegende Interessen der Gewerbetreibenden (Datenschutzkonferenz, Stand 02/2022). Das ist ein Ausgangspunkt für die Abwägung, keine Erlaubnis für jeden Anruf.

Für den Anruf kommt das UWG hinzu, mit seiner eigenen Schwelle für Unternehmen. Die Stufe erklärt der Begriff Mutmaßliche Einwilligung. Die Verordnung im Ganzen fasst der Begriff DSGVO zusammen.

Für Ihre Akquise bedeutet das: Den Zweck legen Sie vor der Liste fest, die drei Fragen beantworten Sie schriftlich, und der Widerspruch ist von Anfang an vorgesehen. KRAUSS führt Telefonakquise für Unternehmen mit festem Zweck, die Leistung zeigt die Seite Telefonakquise. Ein Gespräch mit Jesse Klotz dauert 15 Minuten. Die Abwägung im Einzelfall klärt Ihre Rechtsberatung.

Rechtlicher Hinweis. Stand 10.10.2026, keine Rechtsberatung. Der Text erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt nicht die Prüfung Ihres Einzelfalls.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen kurz beantwortet.

01Brauche ich für B2B-Kontaktdaten immer eine Einwilligung nach DSGVO?

Nein. Art. 6 Abs. 1 DSGVO nennt sechs Rechtsgrundlagen, und das berechtigte Interesse nach Buchstabe f ist eine davon. Die Einwilligung nach Buchstabe a ist eine andere. Für den Anruf kommt das UWG hinzu, und wie beides zusammenwirkt, klärt Ihre Rechtsberatung. Stand 10.10.2026.

02Wo halte ich die Abwägung fest?

Die Abwägung gehört in dieselbe Dokumentation wie die Liste selbst: Zweck, Quelle, Erwartung der Person und das Ergebnis der drei Fragen. Ob sie im Einzelfall trägt, klärt Ihre Rechtsberatung. Stand 10.10.2026, keine Rechtsberatung.
Prompt ansehen und anpassen

Der Prompt geht an den Anbieter, den Sie wählen. Antworten einer KI können Fehler enthalten: Prüfen Sie Zahlen auf der Fakten-Seite.

Belege

Woher die Angaben stammen.

  1. 01

    KRAUSS GmbH: Glossar der Neukundengewinnung (krauss-gmbh.com)

    Stand Oktober 2026abgerufen am KRAUSS-Angabe

  2. 02

    Amtsblatt der Europäischen Union: Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f (eur-lex.europa.eu)

    Stand 27.04.2016abgerufen am Primärquelle

  3. 03

    Amtsblatt der Europäischen Union: Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Artikel 21 Absatz 3 (eur-lex.europa.eu)

    Stand 27.04.2016abgerufen am Primärquelle

  4. 04

    Amtsblatt der Europäischen Union: Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Artikel 21 Absatz 4 (eur-lex.europa.eu)

    Stand 27.04.2016abgerufen am Primärquelle

  5. 05

    Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe der Aufsichtsbehörden zur Verarbeitung personenbezogener Daten für Zwecke der Direktwerbung (datenschutzkonferenz-online.de)

    Stand Februar 2022abgerufen am Primärquelle

Begriffe klar. Termine vereinbaren wir.

Kein Verkaufsgespräch. In 15 Minuten klären wir, ob Ihre Zielgruppe telefonisch erreichbar ist.

Ihr nächster Schritt

Startklar
  1. 01Testprojekt konfigurieren60 Sekunden
  2. 02Gespräch mit Jesse Klotz15 Minuten
  3. 03Zielgruppe und Leitfadengemeinsam
  4. 04Erste bestätigte Termineim Kalender
Lieber anrufen?+49 8191 93759-00