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Bestandskundenvertrieb: Umsatz im Bestand gezielt steigern

Johannes KraussGeschäftsführer der KRAUSS GmbH
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
4 Min. Lesezeit
Inhalt8 Abschnitte
  1. 01Was umfasst Bestandskundenvertrieb?
  2. 02Wie finden Sie die richtigen Anlässe?
  3. 03Cross-Selling oder Upselling?
  4. 04Praxisbeispiel: Arbeitsschutzkleidung für Industriebetriebe
  5. 05Rechnung: Was bringt der Zusatzverkauf?
  6. 06Wann Bestandskundenvertrieb nicht trägt
  7. 07Checkliste für die Kampagne im Bestand
  8. 08Häufig gestellte Fragen

Kurz gesagt

Bestandskundenvertrieb verkauft an Kunden, die bereits bei Ihnen gekauft haben: Nachbestellung, Erweiterung, Ersatz oder eine höherwertige Variante. Er funktioniert, wenn der Anlass aus der Kaufhistorie stammt und das Angebot zum bisherigen Kauf passt.

Dieser Beitrag stammt von Februar 2025. Aktuelle Preise und Konditionen von KRAUSS stehen auf der Fakten-Seite und der Preisseite.

Stand: Oktober 2026. Die Rechnung in diesem Beitrag arbeitet mit Annahmen, die Sie durch Ihre Zahlen ersetzen.

Was umfasst Bestandskundenvertrieb?

Bestandskundenvertrieb umfasst drei Bewegungen: die Nachbestellung von Verbrauchsware, den Zusatzkauf zu einem bestehenden Produkt und den Ersatz oder das Upgrade, wenn ein Gerät oder ein Vertrag das Ende seiner Laufzeit erreicht.

Diese Bewegungen unterscheiden sich vom Neukundenverkauf. Der Kunde kennt Ihr Produkt, Ihre Lieferzeit und Ihren Ansprechpartner. Das senkt die Hürde für das Gespräch, erhöht aber die Erwartung an Genauigkeit: Ein Angebot, das nicht zur bisherigen Bestellung passt, wirkt schnell wie Nachlässigkeit.

Wie finden Sie die richtigen Anlässe?

Drei Auswertungen führen zu den besten Anlässen:

  1. Nachbestellung fällig. Kunden, deren Verbrauch auf Basis der letzten Bestellungen in den nächsten Wochen endet.
  2. Stille Kunden. Kunden, die regelmäßig gekauft haben und seit Monaten nichts bestellt haben.
  3. Erweiterungsfenster. Kunden, die ein neues Projekt, einen neuen Standort oder eine Saison beginnen.

Sortieren Sie nach Anlass und nicht nach Umsatz allein. Ein kleiner Kunde mit klarem Anlass bringt oft mehr als ein großer Kunde ohne Gesprächsbedarf.

Termine mit Kaufinteresse

Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.

Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.

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Cross-Selling oder Upselling?

Cross-Selling ergänzt das Produkt um ein passendes Zusatzteil oder eine Leistung. Upselling ersetzt das Produkt durch eine höherwertige Variante. Beide brauchen einen Grund im Kundenkontext, nicht nur einen Preis.

  • Cross-Selling passt, wenn der Kunde ein Gerät nutzt und das Zubehör fehlt.
  • Upselling passt, wenn das bisherige Produkt an seine Grenzen stößt, etwa bei Leistung, Lebensdauer oder Menge.
  • Keines von beiden passt, wenn der Kunde mit dem Produkt unzufrieden ist. Dann klären Sie zuerst die Ursache.

Praxisbeispiel: Arbeitsschutzkleidung für Industriebetriebe

In einem Projekt für einen Anbieter von Arbeitsschutzkleidung lagen im CRM 540 Bestandskunden. 38 davon hatten in den letzten sechs Monaten keine Nachbestellung aufgegeben, obwohl die Kleidung regulär ausgetauscht werden muss.

Das Team rief diese 38 Kunden mit dem Anlass Ersatz an: Die Kleidung der letzten Bestellung hatte eine Nutzungsdauer, die jetzt endete. 21 Kunden nahmen das Gespräch an, 11 wollten ein Angebot, 7 gaben einen Erweiterungsauftrag für eine zweite Schicht.

Im Gespräch nannte das Team das Modell und die bisherige Bestellmenge im ersten Satz.

Rechnung: Was bringt der Zusatzverkauf?

Die Rechnung nutzt nur Annahmen, die Sie prüfen müssen:

Rechnung: Was bringt der Zusatzverkauf?
PositionAnnahmeErgebnis
Bestandskunden540540
Kunden mit Anlass3838
Erweiterungsaufträge7 von 387 Aufträge
Wert je Erweiterung3.200 Euro22.400 Euro
Kosten der KontakteIhre Stunden mal Ihr SatzIhr Ergebnis

Die Differenz zwischen Umsatz und Kosten entscheidet, ob der Anlass trägt. Rechnen Sie das für jeden Anlass einzeln, damit Sie den schwächsten schnell streichen können.

Termine mit Kaufinteresse

Ihr Kalender voll mit Verkaufsterminen.

Wir übernehmen die Erstansprache, Ihr Vertrieb führt die Abschlussgespräche.

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  • Beim Kunden bestätigt[2]
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Wann Bestandskundenvertrieb nicht trägt

  • Das Sortiment hat nichts Passendes. Dann bleibt nur der Hinweis auf neue Produkte, und der braucht eine Rechtsgrundlage.
  • Der Kunde ist unzufrieden. Ein Zusatzangebot verschärft den Konflikt.
  • Der Kunde kauft bereits über einen anderen Kanal. Dann verlieren Sie Vertrauen, bevor Sie anfangen.
  • Das Team kann Anfragen nicht bedienen. Eine Erweiterung, die liegen bleibt, kostet mehr Kunden als sie bringt.

Wenn Ihr Team die Telefonebene nicht übernehmen kann, bietet KRAUSS die Telefonebene und die Terminierung an, also den Anruf und die Vereinbarung des Termins. Die Auswahl der Kunden und das Angebot bleiben bei Ihnen. Die Einordnung für Telefon-Ansprache steht auf der Geldseite zur Telefonakquise.

Checkliste für die Kampagne im Bestand

  • Jeder Kunde hat einen Anlass aus der Historie, nicht aus dem Bauchgefühl.
  • Die Liste ist um Widersprüche und Dubletten bereinigt.
  • Das Angebot nennt Produkt, Menge und Anlass im ersten Satz.
  • Die Rechtsgrundlage für den gewählten Kanal ist geprüft.
  • Die Wiedervorlage steht im CRM mit Datum.
  • Erfolg wird je Anlass gemessen, nicht nur insgesamt.

Die Vorbereitung eines Anrufs beschreibt die Checkliste zur Telefonakquise. Wie Sie aus einer stillen Beziehung wieder ein Gespräch machen, steht im Leitfaden zur Reaktivierung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Bestandskundenvertrieb?

Bestandskundenvertrieb verkauft an Kunden, die schon gekauft haben: Nachbestellungen, Erweiterungen, Ersatz und höherwertige Varianten. Er nutzt den bestehenden Kontakt und die Kaufhistorie.

Worin unterscheidet sich Cross-Selling vom Upselling?

Cross-Selling bietet ein passendes Zusatzprodukt an, Upselling eine höherwertige Variante des gekauften Produkts. Beide brauchen einen Anlass aus dem Kundenkontext.

Wie finde ich die passenden Anlässe im Bestand?

Sortieren Sie nach Nutzungsdauer, Verbrauch und letztem Kauf. Ein Kunde, der regelmäßig nachbestellt und seit Monaten nichts kauft, ist der häufigste Anlass für ein Gespräch.

Wie viel Umsatz bringt Zusatzverkauf im Bestand?

Das hängt vom Sortiment ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Rechnen Sie mit Ihrem Anteil an Kunden mit Zusatzkauf und dem Wert je Zusatzauftrag.

Muss ich Bestandskunden vor dem Zusatzverkauf informieren?

Für E-Mail-Werbung gelten die Bedingungen aus § 7 Abs. 3 UWG. Für Anrufe bei Geschäftskunden braucht es eine zumindest mutmaßliche Einwilligung. Die Prüfung im Einzelfall liegt bei Ihrer Rechtsberatung.

Welche Rolle spielt der Verkäufer im Bestandskundenvertrieb?

Der Kunde kennt den Verkäufer oft besser als das Produkt. Ein fester Ansprechpartner erhöht die Antwortquote, weil Vertrauen schon besteht.

Wann lohnt sich Bestandskundenvertrieb nicht?

Wenn das Sortiment nichts Passendes zum bisherigen Kauf hat oder der Kunde mit dem Produkt unzufrieden ist. Dann klären Sie zuerst die Ursache.

Wie messe ich den Erfolg?

Zählen Sie je Quartal die Kontakte mit Anlass, die Terminquote, die Abschlussquote im Bestand und den Umsatz je Kunde. Vergleichen Sie die Werte mit dem Vorquartal.

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